Lufthansa nimmt kostenloses Starlink in Betrieb

Airbus A320neo werden zuerst umgerüstet
Lufthansa nimmt kostenloses Starlink in Betrieb

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.08.2026
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Lufthansa nimmt kostenloses Starlink in Betrieb
Foto: Sebastian Steinke

Lufthansa-Airline-CEO Jens Ritter nahm am Mittwoch das schnelle Starlink-Internet an Bord von Flug LH234 nach Rom mit einer kleinen Ansprache in Betrieb. Das neue Starlink-Internet an Bord steht allen Passagieren in allen Klassen zur Verfügung, sofern man sich (kostenlos) bei Lufthansa mit einer Lufthansa-ID anmeldet. Die FLUG REVUE durfte an dem Premierenflug teilnehmen.

Schnelles Streamen und arbeiten


Das hohe Starlink-Tempo, bis zu 9000 Satelliten in niedriger Umlaufbahn können angezapft werden, entspricht einem schnellen Heimnetz. Es ermöglicht das ruckelfreie Streamen von HD-Filmen, Versenden von Fotos oder den Zugriff auf Firmennetzwerke aus der Ferne. Man kann sogar auf Google Earth Satellitenbilder des gerade überflogenen Geländes live verfolgen oder per Flightradar den Flugverkehr in der Umgebung beobachten. Nur Telefonate oder Live-Video-Konferenzen sind unerwünscht. Zudem wird beim Hören um die Nutzung von Kopfhörern gebeten, um die anderen Passsagiere nicht zu stören.

Erst A320neo dann A350

Erstes Flugzeug mit Starlink-Übertragungsanlage ist die A320neo D-AINM. Die beiden Starlink-Antennen sind viereckig, haben die Größe einer Pizza-Schachtel, und sind flach auf der vorderen und hinteren Rumpfoberseite eingebettet (siehe Foto). Lufthansa will wegen der schon ergangenen LBA-Genehmigung zunächst Flugzeuge ihrer A320neo-Flotte ertüchtigen. Der Umbau wird mit den fest geplanten Werft-Liegezeiten abgestimmt und erfolgte hier bei LHT in Schönefeld. Der eigentliche Starlink-Einbau (Antennen, Einbau, Verteiler, Zertifizierung) dauerte zwei Tage. Bis Jahresende 2026 sollen die ersten zehn Flugzeuge umgerüstet sein. Als erstes Langstreckenmuster folgt die A350. Sehr große Flugzeuge erhalten drei Starlink-Antennen. Alle zehn Airlines des Konzerns werden mit Starlink ausgerüstet. Austrian und Swiss sollen relativ schnell folgen. Bis 2029 werden alle 850 Flugzeuge der LH Group umgebaut.

Service-Verbesserungen kommen an

Jens Ritter sagte, dass Starlink als Angebot zum Verbesserungsprogramm von Lufthansa gehöre, dessen insgesamt 900 Maßnahmen, von den neuen "Allegris"-Sitzen bis zum Essen und Service, bereits zur höchsten Kundenzufriedenheit seit 2009 geführt hätten. Das Programm sei, laut Kundenumfragen, ein voller Erfolg, Starlink der "nächste, logische Schritt."

777-9 noch vor Sommer 2027?

In Sachen Boeing 777-9 sagte Ritter, Lufthansa hoffe jetzt auf die Erteilung der FAA-Zulassung im Januar oder Februar 2027, so dass möglicherweise noch im Mai 2027 das erste LH-Flugzeug geliefert werden könnte. Man verhandele auch über den möglichen Vorab-Besuch einer Boeing-777-9 für Training und Stellproben. Da Lufthansas neue Allegris-Ausstattung für die sehr großzügige Kabine der 777-9 maßgeschneidert sei, werde die Triple Seven ein "Top-Langstreckenflugzeug" und ein Spitzenangebot, so Ritter. Die Leistungswerte des Riesentwins seien viel versprechend, lobte der Vorstandschef, der auch A320-Kapitän bei Lufthansa ist.