Nach dem ersten Flug: NASA baut X-59 auseinander

Nach dem ersten Testflug
NASA baut X-59 erstmal auseinander

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.01.2026
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NASA X-59 am Boden im Sonnenuntergang
Foto: NASA

Der erste Flug führte die X-59 Ende Oktober 2025 von ihrem "Geburtsort" Palmdale (Kalifornien) auf die nahegelegene Edwards Air Force Base. Dort betreibt die NASA das Armstrong Flight Research Center, das sich im neuen Jahr verstärkt mit dem Flugtestprogramm für die X-59 auseinandersetzen soll. So sieht es der weitere Plan vor, mit dem die US-Weltraumbehörde anhand der X-59 den Beweis erbringen möchte, dass Überschallflüge ohne Überschallknall technisch machbar sind.

Laut NASA-Programmchefin Catherine Bahm ist die Wiederaufnahme der Flüge fürs kommende Frühjahr vorgesehen. Doch zuvor unterzieht die NASA die X-59 einer intensiven Inspektion: Nach der Landung am 28. Oktober rollte der langnasige Jet in einen Wartungshangar. Dort parkt das Flugzeug nach wie vor – allerdings zum Teil demontiert, wie das Portal Flight Global schreibt. Unter anderem haben die NASA-Techniker laut Catherine Bahm einen Teil des Leitwerks abgebaut. Ferner nutze man die Bodenzeit, um Testsensoren auszubauen, die für die weiteren Flugversuche nicht mehr benötigt würden, erläutert Bahm weiter. Insgesamt seien aktuell "etwa 75 Verkleidungsteile des Flugzeugs demontiert."

Triebwerk in der Nachflug-Inspektion

Auch ein Triebwerk besitzt die von Lockheed Martin gebaute X-59 derzeit wohl nicht: Dieses befinde sich in der "Nachfluganalyse einschließlich Endoskop-Inspektion", wie Flight notiert – ein Prozedere, das von Triebwerkhersteller GE Aerospace so vorgesehen sei.

Die X-59 nutzt einen Nachbrenner-Turbofan des Typs F414-GE-10. Das Triebwerk entfaltet bis zu 98 Kilonewton Schub und soll den NASA-Versuchsjet irgendwann auf die als Ziel auserkorene Geschwindigkeit von Mach 1.4 in 55.000 Fuß (16.764 Meter) Höhe beschleunigen. Wann das Projektteam dieses Ziel in Angriff nehmen kann, ist aktuell noch unklar. Prognosen möchte Projektleiterin Bahm lieber keine abgeben – schließlich startete bereits der Erstflug Jahre später als geplant.

Erstflug war "langweilig"

Dafür sei die Premiere der X-59 am Himmel über der kalifornischen Wüste ohne größere Probleme verlaufen – oder, wie es Catherine Bahm ausdrückt: "so gut, wie man es erwarten konnte."

Zwar gab es für NASA-Testpilot Nils Larson im Cockpit, aus dem es baubedingt keine direkte Sicht nach vorn gibt, wohl einige kleinere Herausforderungen zu meistern – etwa den Umstand, dass die Flugsteuerung der X-59 bei der Landung nicht sofort aus dem Flug- in den Bodenmodus schaltete. Die NASA führt diesen Umstand auf eine besonders sanfte Landung zurück, die das System zunächst nicht als solche erkannte, und nimmt vor dem zweiten Flug ein entsprechendes Software-Update vor. Auch ein Sauerstoffsensor an Bord schlug wegen einer fehlerhaften Verbindung in der Luft irrtümlich Alarm. Trotzdem habe Pilot Larson nach der Landung konstatiert, der erste Flug sei "langweilig" gewesen, resümiert Bahm.

Bei ihrem gut einstündigen Ausritt hatte die X-59 lediglich eine Maximalgeschwindigkeit von 385 km/h und eine Flughöhe von 3600 Metern erreicht.