Lufthansa muss sich bei ITA Airways weiter gedulden Airbus

Lufthansa muss sich bei ITA Airways weiter gedulden

Éntscheidung verzögert sich Lufthansa muss sich bei ITA Airways weiter gedulden

Regierungschef Draghi ist zurückgetreten, Italien wählt neu. Die Regierungskrise droht die Entscheidung über den Verkauf von ITA Airways weiter zu verzögern. ITA will die Hängepartie mit einer Geldforderung wieder in Gang bringen – dafür läuft es derzeit aber zu gut.

MSC und Lufthansa oder doch Air France-KLM, Delta und Certares? Italien hat noch keinem Lager den Zuschlag erteilt – und der Prozess gerät erneut ins Stocken. Mario Draghi ist nach einem Zerfall der Regierungskoalition nur noch kommissarisch im Amt, am 25. September stehen Neuwahlen an.

Nach Informationen der Zeitung "La Repubblica" herrscht im Wirtschaftsministerium Unklarheit in der Frage, ob die Interimsregierung den Verkaufsprozess von ITA Airways unter aktuellen Vorzeichen überhaupt fortsetzen darf. "Wir sind nicht zufrieden, denn wir merken, dass sich die Privatisierung zu verzögern scheint", hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr gegenüber der Zeitung "Corriere della Sera" schon im Juni mehr Tempo angemahnt. Jetzt müssen Lufthansa und MSC und Air France-KLM, Delta und Certares möglicherweise erst den Ausgang der Neuwahlen abwarten – und im Herbst eine neue Regierung von ihren Angeboten überzeugen.

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Kapitalerhöhung als Beschleuniger?

Unter Draghi soll das Pendel zu Lufthansa und MSC ausgeschlagen haben. Nach einem Bericht der Zeitung "Il Messagero" sind Air France-KLM, Delta und Certares zuletzt allerdings mit einem deutlich nachgebesserten Angebot an das Finanz- und Wirtschaftsministerium herangetreten. Air France-KLM, Delta und Certares wollen Italien zur Absicherung staatlicher Interessen eine höhere Kapitalbeteiligung als Lufthansa und MSC und ein "Vetorecht in Strategiefragen" zugestehen. Delta stellt ITA laut "Il Messagero" zudem eine noch stärkere Rolle in der künftigen Transatlantik-Strategie des SkyTeam-Kerns in Aussicht.

Laut "La Repubblica" könnte ITA einer Entscheidung noch vor den Neuwahlen mit einer Geldanforderung nachhelfen. Der Vorstand werde am 28. Juli über die Anforderung einer Kapitalerhöhung von 400 Millionen Euro beraten – zusätzlich zu den 720 Millionen Euro, die bereits aus der italienischen Staatskasse in den Aufbau der Alitalia-Nachfolgerin geflossen sind.

ITA verdient Geld

Das Geld steht ITA Airways zwar grundsätzlich zu, bisher kam die Airline aber gut ohne die zusätzliche Finanzspritze aus – im Sommerquartal erwartet ITA 500 Millionen Euro Umsatz, verriet ITA-Vorstandschef Fabio Lazzerini kürzlich der Zeitung "Corriere della Sera". Wegen der gestiegenen Kerosinpreise wende ITA pro Quartal aktuell zwar "40 bis 50 Millionen Euro" mehr für Treibstoff aus als veranschlagt. Nach Medieninformationen wird ITA das Sommerquartal wegen zeitgleich anziehender Ticketpreise aber trotzdem mit rund 188 Millionen Euro positivem Cashflow abschließen.

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