A350-1000 für die längsten Nonstopflüge der Welt Qantas
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Qantas startet"Project Sunrise": Nonstop um die halbe Welt

Qantas startet „Project Sunrise“ A350-1000 für die längsten Nonstopflüge der Welt

Qantas wird ab 2025 nonstop von Sydney und Melbourne nach New York und London fliegen. Zum Einsatz kommen zwölf eigens für die Ultralangstrecke optimierte A350-1000 ULR, die Qantas jetzt fest bestellt hat. Wie rüstet man ein Flugzeug für die längsten Nonstopflüge der Welt?

Mehr als zwei Jahre lag das Projekt auf Eis – jetzt ist es offiziell gestartet. Ende 2025 werden die ersten Qantas-Langstreckenjets von den australischen Metropolen Melbourne und Sydney zu Direktflügen nach London und New York aufbrechen. "Project Sunrise" nennt Australiens Flag Carrier das Unterfangen, für das die Airline mit dem fliegenden Känguruh im Logo bei Airbus in Toulouse eigens ein maßgeschneidertes Flugzeug in Auftrag gibt. Zwölf Exemplare der künftigen Reichweitenkönigin A350-1000 ULR hat Qantas heute Morgen in Sydney (Ortszeit) fest bestellt. Für die Vertragsunterzeichnung hatte Airbus zwei Tage zuvor eigens den A350-Prototypen mit der Kennung F-WMIL auf die Reise von Toulouse nach Sydney geschickt – mit aufgeklebtem Qantas-Logo, allerdings auch mit Zwischenstopp in Perth.

Insgesamt 52 neue Airbus-Jets

Exakt 16 Stunden dauerte der Flug des Großraum-Twins von Frankreich in die Hauptstadt des Bundesstaats Western Australia – in weiteren vier Stunden und 45 Minuten ging es schließlich weiter in die Ostküsten-Metropole Sydney. Dort verkündete Qantas neben der Order für ein Dutzend A350-1000 ULR am Montagmorgen auch die Bestellung von jeweils 20 A321XLR und A220-300 – plus Kaufoptionen für insgesamt 94 weitere Airbus-Schmalrumpfjets. Sie sollen auf Inlandsrouten ab 2023 die Boeing-Muster 717 und 737 ersetzen. "Die A320 und A220 werden in den nächsten 20 Jahren das Rückgrat unserer Inlandsflotte bilden und dazu beitragen, dass unser Land in Bewegung bleibt", erläuterte Qantas-Chef Alan Joyce. "Ihre Reichweite und Wirtschaftlichkeit werden neue Direktverbindungen ermöglichen und auch die Bedienung regionaler Städte verbessern."

Airbus
Airbus erhielt bei Qantas mit seinem A350-1000 ULR-Vorschlag den Vorzug gegenüber der Boeing 777X.

London und New York sind nur der Anfang

Reichweite und Wirtschaftlichkeit – diese beiden Attribute stehen auch auf der Ultralangstrecke im Fokus. Die A350-1000 stach als Plattform für das "Project Sunrise" bereits 2019 die Triple Seven-Konkurrenz von Boeing aus – wegen der Corona-Pandemie wurde das Unterfangen jedoch vorübergehend ausgebremst. Dafür soll es jetzt mit voller Kraft vorangehen – denn wenn es nach Qamtas geht, werden London und New York nur der Anfang sein. So stehen mittelfristig auch Sädte wie Paris, Kapstadt, Frankfurt oder Rio de Janeiro auf der Nonstop-Wunschliste der Australier. Mit der A350 werde jede Stadt der Welt künftig nur noch einen Flug von Australien entfernt sein, freute sich Alan Joyce in Sydney. "Project Sunrise" sei daher die ultimative Lösung für "die Tyrannei der Distanz", die Australien seit jeher vom Rest der Welt trennte.

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Gegen die "Tyrannei der Distanz"

Um diese Tyrannei zu überwinden, stattet Airbus seinen größten Zweistrahler mit einem zusätzlichen Kerosintank aus. Dazu wird die sonst für bis zu 429 Fluggäste ausgelegte Kabine der A350-1000 im ULR-Trimm nur Platz für 238 Fluggäste bieten. An Bord werden vier Klassen zu finden sein – eine Economy Class im Heck mit 140 Sitzen (Abstand 84 Zentimeter), eine Premium Economy mit 40 Sitzen (Abstand 102 Zentimeter), eine Business Class mit 52 Sitzen sowie eine Erste Klasse mit insgesamt sechs Suiten. Diese sollen mit Bett, Kleiderschrank einem großen 32-Zoll-Bildschirm und Extra-Sitzbereich für heimelige Wohnatmosphäre über den Wolken sorgen. Und weil bis zu 20 Stunden langes Sitzen nicht nur langweilig, sondern auch ziemlich ungesund ist, bietet Qantas in der ULR-Kabine eine sogenannte "Wellbeeing Zone" an – speziell dazu da, um seinen Kreislauf mit Dehn- und Lockerungsübungen in Wallung zu halten. Auch gesunde Snacks und Getränke soll es dort geben. An das künftige Layout der Ultralangstrecken-Kabine hatte sich Qantas bereits 2019 mit mehreren Dreamliner-Testflügen nach New York und London herangetastet.

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