Russlands neue MS-21-310 hebt ab - Serienbau ohne West-Teile

Serienbau ohne West-Bauteile
Hier startet Russlands neue MS-21-310 zum Erstflug

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.08.2026
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Eine Stunde und 23 Minuten war die MS-21-310 mit der Werksnummer MS.0014 bei ihrem Jungfernflug am 3. August rund um den Start- und Zielflughafen im sibirischen Irkutsk unterwegs. Dabei erreichte sie nach Angaben der russischen Flugzeugbau-Holding UAC eine Flughöhe von 6000 Metern und Geschwindigkeiten bis zu 600 km/h.

An Bord des neuen Passagierflugzeugs befanden sich vier Personen: die russischen Testpiloten Roman Taskajew, Sergej Michailjuk und Andrej Woropajew sowie der Testingenieur Nikolai Fonurin. Gemeinsam überprüfte die Besatzung "die Stabilität und das Flugverhalten des Flugzeugs in verschiedenen Konfigurationen sowie die Funktion der inländischen Bordsysteme", wie UAC in einer Pressemitteilung ausführte.

Cheftestpilot Taskajew gab nach der Landung in Irkutsk zu Protokoll: "Das erste Serienflugzeug hat sich gut bewährt, das Flugprogramm wurde vollständig erfüllt."

Für die russische Luftfahrtindustrie bedeutete der Ausritt des noch unlackierten Flugzeugs einen Meilenstein: Bei der MS.0014 handelt es sich um die erste MS-21-310, die ab Werk nach zukünftigen Serienstandards gefertigt wurde – vollständig mit einheimischen Komponenten und ohne Bauteile aus dem Westen.

Erste MS-21-310 aus der Serienproduktion startet zum Erstflug.
UAC (OAK)

"Russifizierung" eines Hoffnungsträgers

Nach der Invasion in der Ukraine im Februar 2022 und den unmittelbar darauf folgenden westlichen Sanktionen sah sich Russlands Luftfahrtindustrie gezwungen, das designierte zivile Flaggschiff MS-21, das im Original zu mehr als zwei Dritteln aus Komponenten aus dem Ausland bestand, im Eiltempo fast von Grund auf neu zu konzipieren – und sämtliche westlichen Elemente mangels weiterer Verfügbarkeit durch einheimische Pendants zu ersetzen.

Die meisten dieser russischen Analoga existierten seinerzeit aber noch gar nicht – und wenn doch, dann befanden sie sich lediglich im frühen Prototypenstadium. Dieser Umstand warf das gesamte Flugzeugprogramm MS-21 zeitlich weit zurück. Die ehrgeizigen, selbstauferlegten Termine mussten immer wieder verschoben werden. Erst Ende Oktober 2025 startete die erste rein russische MS-21-310 zum Erstflug – dabei handelte es sich allerdings um einen früheren, in Irkutsk entsprechend modifizierten Prototyp. Eine erste teilweise umgerüstete Testmaschine war Ende April 2025 gestartet.

Erste MS-21-310 aus der Serienproduktion startet zum Erstflug.
UAC (OAK)

Noch immer ohne Zulassung

Auch heute noch fehlt der nun komplett "russifizierten" MS-21-310 die Musterzulassung. Dennoch baut man in Irkutsk bereits seit geraumer Zeit neue Flugzeuge nach Serienstandard. Die erste Charge umfasst nach Werksangaben 18 Exemplare.

Die jetzt erstmals gestartete MS.0014 ist die erste MS-21-310 aus dieser frühen Seriencharge, eine zweite soll ebenfalls fast fertig sein und noch vor Ende des Sommers ihrerseits zum Erstflug abheben. Mit der Zulassung durch die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija rechnet das Herstellerkonsortium UAC nach eigenen Angaben in der zweiten Jahreshälfte 2027.