Tödliche Turbulenzen: Der verhängnisvolle Flug von Singapore 321

Tödliche Turbulenzen
Der verhängnisvolle Flug von Singapore 321

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.05.2026
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Boeing 777-300ER von Singapore Airlines beim Start.
Foto: Cp9asngf (Wikimedia, CC BY-SA 3.0)

Flughafen London-Heathrow, 20. Mai 2024: Singapore Airlines 321 verlässt London mit 229 Insassen zum Nachtflug nach Singapur. Über dem südwestlichen Myanmar fliegt die Boeing 777-300ER, 9V-SWM, auf FL370 in den Tag, die Crew weckt Passagiere für das Frühstück.

07:44:52 UTC: Vor Wegpunkt PTN fragen die Piloten bei der Flugsicherung eine Kursänderung an – wetterbedingt will die Crew vier Wegpunkte überspringen und über See direkt zu EKAVO abkürzen. Die Flugsicherung weist Flug 321 stattdessen eine Kursänderung auf DWI zu.

07:49:23 UTC: Turbulenzen setzen ein.

07:49:40 UTC: Die 777-300ER wird jetzt von heftigsten Turbulenzen erfasst. Innerhalb von 0,6 Sekunden zeichnen die Systeme Vertikalbeschleunigungen zwischen +1,35G und -1,5 G auf. In den nächsten vier Sekunden schlägt die Vertikalbeschleunigung von -1,5G auf +1,5G um. Der Stick Shaker löst aus. In der Kabine werden Passagiere aus den Sitzen gerissen.

Gegen 07:50:00 UTC: Flug 321 verlässt das Turbulenzgebiet. Ein Pilot fragt: "Wo kam das so plötzlich her?"

07:53:38 UTC: Die 777-300ER liegt wieder stabil in der Luft. "Ok, wir sind raus – das Wetter ist ok", atmet ein Pilot auf.

Ein toter Fluggast

Sieben Minuten später erklärt Flug 321 einen Mayday-Notfall und weicht nach Bangkok aus – in der Kabine sind 51 Passagiere und fünf Crewmitglieder schwer und schwerst verletzt, eine Person ist tot. 23 Insassen tragen leichte Verletzungen davon.

"Die Verletzungen betrafen vor allem Kopf, Hals und Wirbelsäule in Form von Brüchen, Quetschungen, Schnittwunden und Verrenkungen", hält der jetzt veröffentlichte Abschlussbericht (PDF) der Flugunfallbehörde von Singapur (TSIB) fest. Die verstorbene Person erlag demnach einem Herzversagen und einem Lungenödem.

Verdacht fiel auf Wetterradar

Warum die 777-300ER mitten in Turbulenzen flog, bleibt unklar. Unmittelbar vor dem Turbulenzereignis tauschten sich die Piloten nicht über Wetterfragen aus.

Das TSIB hat das Wetterradarsystem untersucht – auf einem vorausgegangenen Flug soll das System die Wetterlage nicht korrekt dargestellt haben. Ein sogenanntes "Under-Painting" über Myanmar schließt das TSIB zwar nicht aus, eine greifbare Fehlfunktion des Wetterradars konnten die Ermittler in Tests aber nicht nachweisen.