Bundeswehr bekommt Laserwaffe für den Luftkampf - Auftrag für MDBA Deutschland

Luftgestützte Hochenergie gegen Flugkörper
MBDA entwickelt Laser-Waffe für Bundeswehr

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.11.2026
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Kampfdrohne setzte Laserstrahl ein
Foto: MBDA Deutschland

Was seit Jahrzehnten als Science-Fiction gilt, könnte bald in Deutschland Realität werden: Laserwaffen, die in der Luft gegnerische Fluggeräte abwehren. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat MDBA Deutschland mit dem Bau eines Demonstrators für einen luftgestützten Laser beauftragt. Ziel sei es laut Unternehmensangaben, die technologischen Grundlagen für zukünftige Laserwaffen an Bord von Flugzeugen zu schaffen.

Zunächst steht die Entwicklung eines mit einer Hochenergiewaffe ausgestatteten Behälters im Mittelpunkt, der sich im Flug einsetzen lässt. Im Gegensatz zu bodengebundenen Systemen sind hier einige Herausforderungen in Bezug auf Größe und Gewicht zu lösen. Auch die Widerstandsfähigkeit gegen die besonderen Umgebungsbedingungen im Flugeinsatz wie Beschleunigungskräfte und Temperaturen müssen die Ingenieure berücksichtigen. MBDA Deutschland arbeitet bereits seit mehreren Jahren an Lasereffektoren, die sich unter anderem zur Abwehr von Drohnen und Langstreckenflugkörpern eignen. MBDA ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und BAE Systems (je 37,5 Prozent) sowie Leonardo (25 Prozent).

Testschüsse bei der Marine

Schon im Juli 2026 beauftragte das BAAINBw ein Laserwaffensystem für die Marine zum Schutz von Kriegsschiffen. Dazu gründen MBDA und die Rheinmetall Waffe Munition GmbH ein Joint-Venture. Das System soll 2029 einsatzfähig sein und basiert auf dem Laserwaffen-Demonstrator, der schon umfangreiche Test abgeschlossen hat. Auf der Fregatte Sachsen absolvierte er von Juni 2022 bis September 2023 mehr als 50.000 Kilometer in der Nord- und Ostsee sowie im Mittelmeer. Die Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD91) führte mehr als 1000 Schüsse auf Luft-, See- und Landziele durch.

USA bleiben erfolglos

Die Entwicklung eines luftgestützten Lasers ist nun der nächste Schritt. Details zu einer möglichen Flugerprobung, dem möglichen Flugzeugmuster oder der zeitlichen Planung nannte die Firma nicht. In den USA endeten entsprechende Projekte relativ unspektakulär. Im Jahr 2022 hatte Lockheed Martin einen Behälter mit einer Laserwaffe an die US Air Force geliefert. Dieser LANCE-Pod (Laser Advancements for Next-Generation Compact Environments) wurde jedoch wohl aufgrund technischer Schwierigkeiten und geänderten Prioritäten nicht im Flug erprobt. Auch die Pläne, das Gunship AC-130J Ghostrider mit einer Laserwaffe auszustatten wurden 2024 aufgegeben. Schon 2012 war das ABL-Programm (Airborne Laser) mit einem speziell modifizierten Jumbo Jet, der Boeing YAL-1, geendet.