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Draper DragonflEye

Libelle mit Chip-Rucksack fliegt als Drohne

Das amerikanische Unternehmen Draper aus Boston hat eine lebendige Libelle mit einem "Chip-Rucksack" zur "Drohne" modifiziert. Lichtsignale an das Nervensystem der Libelle lenken, wie virtuelles Zaumzeug, das Insekt in die gewünschte Richtung.

Draper meldete den geglückten "Erstflug" der Libelle DragonflEye für Ende Mai. Dabei trägt die lebende Libelle, wie einen Rucksack, ein Miniatur-Chip-Paket zwischen Kopf und Flügel, das sich über eine eingebaute Solarzelle mit Strom selbst versorgt. Die Chips erfassen die Lage der Libelle im Raum und können gezielt Routen anweisen. Leuchtdioden lenken durch Lichtimpulse das Insekt, wie eine Trense beim Pferd, in die gewünschte Richtung.

Die sogenannte Hybrid-Drohne DragonflEye macht sich die Effizienz und Maneuvrierfähigkeit von Libellen zu nutze. Das reine Forschungsprojekt könnte einmal zur Lenkung von Insektenschwärmen genutzt werden, etwa um diese zum gezielten Bestäuben von Pflanzen zu leiten oder um die Züge von Insektenschwärmen zu überwachen.

Bienen ermöglichen alleine in den USA die Schaffung landwirtschaftlicher Produkte im Wert von 15 Mrd. Dollar pro Jahr. Jedoch hat sich die Bienenpopulation in den USA in den letzten 25 Jahren halbiert. Auch für die Präzisionsmedizin und Diagnostik könnten sich Anwendungen finden lassen.

"DragonflEye ist eine völlig neue Form von Micro-Luftfahrzeug", sagte Projektleiter Jesse J. Wheeler. "Das System setzt neue Grenzen für Energiegewinnung, Bewegungssensorik, Algorithmen, Miniaturisierung und Optogenetik, damit es ein Insekt noch tragen kann." DragonflEye wurde von Draper und dem Howard Hughes Medical Institute (HHMI) entwickelt. HHMI steuerte insbesondere ein Gen bei, das die Nervenbahnen der Libelle für Steuerimpulse lichtempfindlich macht. Die winzigen, biegsamen Glasfasern zur Steuerung beeinträchtigen die tausenden, restlichen Nervenbahnen der Libelle nicht.

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