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Patrick Zwerger
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Russlands neues Triebwerk muss Vulkanasche schlucken

Awiadwigatel PD-14 Russlands neues Triebwerk muss Vulkanasche schlucken

Mit dem Awiadwigatel PD-14 hat Russland endlich wieder einen zeitgemäßen Turbofan entwickelt. Er ist für den Einsatz am einheimischen Airliner Irkut MS-21 gedacht – und muss zur Zeit in der Erprobung zeigen, dass er einiges ertragen kann. Zum Beispiel Vulkanasche.

An der MS-21 fliegt das Awiadwigatel PD-14 schon seit fast einem Jahr. Der russische Antrieb für den russischen Airliner hat in dieser Zeit zahlreiche Flugstunden gesammelt und diverse Herausforderungen bestanden. Die Flugtests des als MS-21-310 bezeichneten Jets laufen plangemäß, wie man aus Russland hört. Für 2022 erwartet die staatliche Flugzeugbau-Holding UAC die Zulassung der MS-21-310 durch die russische Luftfahrtbehörde. Doch parallel zur Flugerprobung im MS-21-Programm unterzieht Triebwerkhersteller Awiadwigatel seine Neuentwicklung am Boden weiteren Belastungstests. Ziel ist die Zulassung des Motors nicht nur durch die einheimischen Behörden, sondern auch nach europäischen Standards durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA.

Tests auf dem Prüfstand

Ein Punkt, den Awiadwigatel auf dem Weg zu diesem Ziel abarbeiten muss, ist die Anforderung CS-F 1050: "Auswirkungen von gefährlichen vulkanischen Wolken" auf die Funktion des Triebwerks. Zu diesem Zweck stellte der Motorenbauer den Gasgenerator eines PD-14 auf den Prüfstand Ts-17T des staatlichen Zentralinstituts für Flugmotoren in Moskau, fuhr ihn hoch – und "bewarf" ihn anschließend unter Last im Reiseflugmodus eine Stunde lang mit Asche des Kamtschatka-Vulkans Schiwelutsch. Deren Zusammensetzung gehe mit den Anforderungen der EASA konform, betont Awiadwigatel. Dieses Szenario wiederholte sich in der Zeit vom 30. April bis zum 6. August mehrfach.

Rostec
Das PD-14 ist das erste nach der Wende in Russland neu entwickelte Triebwerk - und Awiadigatels erster Motor, der den EASA-Aschetest bestanden hat.

Vulkanasche? Kein Problem!

Nach Abschluss der Kampagne nahmen die Ingenieure den Gasgenerator vom Prüfstand, bauten ihn auseinander und prüften alle Komponenten auf Beschädigungen. Das Ergebnis stimmte Awiadwigatel hochzufrieden: "Sämtliche Teile des Verdichters, Brennkammern, Turbinen und Einheiten externer Systeme befinden sich in einem zufriedenstellenden Zustand und sind für den weiteren Betrieb geeignet." Beim Kontakt mit der Vulkanasche hätten sich die Leistungsparameter des PD-14-Herzstücks praktisch nicht verändert. "Das Eindringen von Vulkanasche in ein PD-14-Triebwerk führt nicht zu einer Verringerung seiner Schubeigenschaften oder zum Auftreten unerwünschter Folgen, wodurch die Betriebssicherheit eines mit PD-14-Triebwerken ausgestatteten Flugzeugs gewährleistet wird", so das Fazit.

Auf Basis der gewonnenen Daten formulierte Awiadwigatel im Nachgang außerdem konkrete Empfehlungen für die Wartung und den Betrieb von Flugzeugen mit PD-14-Triebwerken nach Kontakt mit Aschewolken vulkanischen Ursprungs.

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