Die Vereinigte Triebwerksbaugesellschaft (ODK) hat die ersten beiden PD-8-Serientriebwerke für den russifizierten Superjet ausgeliefert. Das teilte der Triebwerkshersteller, der zur russischen Staatsholding Rostec gehört, am 12. August mit.
"Hinter diesem Erfolg stehen Menschen", sagte Ilja Konjuchow, CEO von ODK-Saturn, wo die Serienfertigung des PD-8 beheimatet ist. Es sei in erster Linie das Ergebnis der akribischen Arbeit tausender Konstrukteure und Technologen aus ODK-Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Vertretern verwandter Branchen. "Dies ist die Grundlage für die technologische Souveränität des Landes", so Konjuchow bei einem Kongress, an dem auch der russische Vizepremierminister Denis Manturow teilnahm.
Das traditionsreiche Konstruktionsbüro Awiadwigatel in Perm hat das PD-8 im Rahmen des russischen Importsubstitutionsprogramms seit 2019 entwickelt. Der einheimische Turbofan ersetzt das bislang am Superjet 100 (der nun SJ-100 heißt) eingesetzte SaM146-Triebwerk des französisch-russischen Joint Ventures PowerJet.
Reduzierung des Gewichts
Die Entwicklung des PD-8 sei eine echte Herausforderung für die russische Luftfahrtindustrie gewesen, sagte Konjuchow. Das Triebwerk erfülle nun alle Flugsicherheitsanforderungen und sei wettbewerbsfähig. Man habe ein elektronisches Steuerungssystem eingeführt und auch daran gearbeitet, den spezifischen Treibstoffverbrauch und das Gewicht des Aggregats zu verringern.
Das PD-8 ist eine herunterskalierte Version des PD-14 der Jakowlew MS-21 und liefert einen Startschub von etwa 80 kN. Es hat im Juni seine Musterzulassung erhalten und soll künftig auch das Amphibienflugzeug Berijew Be-200 antreiben.
Was die Unabhängigkeit der zivilen Flotte von westlichen Zulieferern angeht, sieht Manturow Russland auf einem guten Weg: "Beim Flugzeugtyp Il-114-300 beginnen wir mit den ersten Auslieferungen. Die Serienproduktion der modernisierten Tu-124 wird derzeit aufgenommen. Die Zulassungstests für die MS-21 und den Superjet befinden sich in der Endphase."





