Sie trug den Taufnamen "Baden-Württemberg", kam im März 2013 werksneu zu Lufthansa – und verließ am vergangenen Wochenende ihren langjährigen Heimat-Airport Frankfur für immer. Die Boeing 747-8I mit dem Kennzeichen D-ABYG (Seriennummer 37831) startete am Samstag, dem 26. September, um 11:41 Uhr Ortszeit zu ihrer letzten Reise unter Lufthansa-Flugnummer.
Als LH9866 ging es für den Jumbo Jet zum knapp elf Flugstunden entfernten Pinal Airpark in Arizona – einem der großen Flugzeugfriedhöfe und -lagerplätze in den USA. Ihre Lufthansa-Insignien trug die "Yankee-Golf" dabei schon nicht mehr. Das klassische gelbe Logo mit dem Kranich am Heck war zuvor in Frankfurt übermalt worden, der Schriftzug vorn am Rumpf ebenfalls. Ihren letzten Linienflug in voller Lackierung hatte sie zuvor am 31. August absolviert: Als LH457 war sie aus Los Angeles nach Frankfurt geflogen.
In Arizona wird die 747-8I nun auf ihre neue Aufgabe für einen neuen Dienstherrn vorbereitet. Die US Air Force hatte den Vierstrahler Ende des vergangenen Jahres von Lufthansa gekauft, zusammen mit einer Schwestermaschine (D-ABYD).
Selbige war bereits im Januar 2026 von Frankfurt nach Bangor im US-Bundesstaat Maine überführt worden und von dort wenig später nach Waco in Texas weitergeflogen.
Ausbildungsflugzeug und Teilespender
Inzwischen steht die einstige D-ABYD mit der militärischen Kennung 25-32000 bei der US-Luftwaffe im Einsatz – zunächst als Crew-Trainer und perspektivisch als Ersatzteilspender für die beiden zukünftigen Boeing VC-25B des US-Präsidenten, die aus Katar übernommene Zwischenlösung VC-25B Bridge sowie für die fünf neuen "Doomsday Planes" Boeing E-4C, die gerade bei der Sierra Nevada Corporation aus fünf einstigen Korean Air-Jumbo Jets entstehen.

Die US Air Force nutzt die beiden von Lufthansa übernommenen 747-8I als Trainingsflugzeuge sowie perspektivisch als Teilespender für die künftigen VC-25B des US-Präsidenten sowie für die kommenden fliegenden Kommandostände vom Typ E-4C.
"Junge Gebrauchte" für 400 Millionen Dollar
Die jetzt in die Staaten ausgeflogene D-ABYG wird ihre Schwester zeitnah unterstützen und somit deren Schicksal teilen. Mit den beiden Ex-Lufthansa-Maschinen möchte die Air Force nach eigenen Angaben den Einführungsprozess der neuen Jumbo-Flotte beschleunigen.
Stolze 400 Millionen US-Dollar lässt sich die US-Luftwaffe das Unterfangen kosten – ein ungewöhnlich hoher Betrag, den Lufthansa für die beiden "jungen Gebrauchten" erzielen konnte, und der maßgeblich der Tatsache geschuldet ist, dass neue 747-8I schon lange nicht mehr gebaut werden und wegen der geringen Gesamtstückzahl gefertigter Exemplare auch Gebrauchtflugzeuge rar sind.





