Mehr als 11.000 Wellen-PS, ein Propellerdurchmesser von 5,3 Metern, eine für ein Turboprop beachtliche Flughöhe bis zu 40.000 Fuß: Die technischen Daten des TP400-D6 sind beeindruckend. Nun kommt noch eine weitere Zahl hinzu: eine Million Flugstunden. Diese Marke haben die Triebwerke des Airbus-Militärtransporters A400M nun erreicht, teilte das Herstellerkonsortium Europrop International (EPI) am 2. März mit. EPI besteht aus ITP Aero, MTU Aero Engines, Rolls-Royce und Safran.

Das TP400-D6 liefert 8200 kW Leistung auf Meereshöhe. Es hat eine Dreiwellen-Architektur.
Die Entwicklung des Triebwerks für einen neuen europäischen Transporter begann im Jahr 2000 und verlief nicht immer reibungslos. Schwierigkeiten bei der Entwicklung Software für die digitale Triebwerkssteuerung (FADEC) sowie Getriebe- und Verdichterprobleme verzögerten das Programm. Seinen Erstlauf am Boden hatte das TP400-D6 am 28. Oktober 2005 in Ludwigsfelde bei MTU Maintenance, wo bis heute sämtliche neugebauten A400M-Triebwerke ihren Abnahmetest absolvieren.
Mittlerweile zehn Betreibernationen
Das Triebwerk erhielt im Mai 2011 die Zulassung der europäischen Luftfahrtbehörde EASA und wurde im August 2013 in Dienst gestellt. Im selben Jahr wurden die ersten A400M an die französische Armée de l'Air et de l'Espace (MSN007) sowie an die türkische Luftwaffe (MSN009) geliefert. 2014 folgten Auslieferungen an die Royal Air Force (MSN015) und die deutsche Luftwaffe (MSN018), die kürzlich ihre 52. und damit vorletzte A400M übernommen hat. In den darauffolgenden Jahren kamen weitere Nutzer hinzu: Malaysia (2015), Spanien (2016), Belgien und Luxemburg (2020), Kasachstan (2024) sowie Indonesien vor wenigen Monaten.
Nach Angaben von EPI kam die nun erreichte Gesamtflugzeit maßgeblich durch operative Einsätze, Ausbildungsflüge und reale Missionen der inzwischen zehn Betreiberstaaten zustande. Diese Einsatzerfahrung habe zur Reife und nachgewiesenen Zuverlässigkeit der TP400-D6-Flotte beigetragen.
Parallel dazu hat das EPI-Konsortium nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren seine Fähigkeiten im Bereich Wartung, Reparatur und Überholung (MRO) ausgebaut, um die Anforderungen der Betreiber besser abzudecken. Zudem hebt EPI die institutionelle Unterstützung durch die europäische Rüstungskooperationsorganisation OCCAR hervor: Der Vertrag "Engine Support Step 2" (ESS2) habe eine strukturierte und langfristige Triebwerksunterstützung sichergestellt.





