Chinas Antwort auf die Sikorsky UH-60 Black Hawk - Harbin Z-20

Harbin Z-20
Chinas Antwort auf die Sikorsky UH-60 Black Hawk

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.08.2026
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Bei einer zweiwöchigen Übung mit belarussischen Spezialkräften in der Provinz Hubei kam kürzlich ein Hubschrauber zum Einsatz, der auf Fotos auf den ersten Blick wie ein US-amerikanischer Black Hawk wirkt – tatsächlich handelte es sich um die chinesische Harbin Z-20.

Der mittlere Transporthubschrauber basiert allerdings wirklich auf der Sikorsky UH-60 Black Hawk. Doch hinter der äußeren Ähnlichkeit steckt trotzdem eine eigenständige Entwicklung.

Zum ersten Mal flog die Z-20 am 23. Dezember 2013. Die Entwicklung des Helikopters begann aber schon in den 1980er Jahren.

Damals suchte die chinesische Luftwaffe nach einem hochgeländetauglichen mittleren Mehrzweckhubschrauber. Die Maschine sollte auch im Gebirge genutzt werden können. China beschaffte 24 Sikorsky S-70C-2, die zivile Exportvariante der Black Hawk, aus den USA.

Nach der gewaltsamen Niederschlagung der Aufstände auf dem Tiananmen-Platz 1989 verhängten die EU und die USA ein Waffenembargo gegen China. Damit waren weitere Sikorsky-Käufe unmöglich.

Der Bedarf an Hubschraubern blieb jedoch bestehen und so begannen die Chinesen ein eigenes Entwicklungsprogramm. Dieses lief 2006 offiziell an.

Black Hawk mit chinesischer Handschrift

Die Z-20 orientiert sich an der Grundarchitektur des Black Hawk aus den 1970er Jahren. Trotz der äußeren Nähe zum US-Vorbild hat Harbin die Maschine anders konstruiert. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal ist der fünfblättrige Hauptrotor.

Der Übergang zwischen Heck und Rumpf ist zudem so konstruiert, dass mehr Auftrieb und eine höhere Reichweite ermöglicht wird.

Angetrieben wird die Z-20 mutmaßlich von zwei chinesischen WZ-10-Turbowellentriebwerken mit jeweils rund 2.100 PS Dauerleistung, wie das Operational Environment Data Integration Network (ODIN) der US Army berichtet. In Kombination mit modernen Enteisungssystemen für die Rotorblätter erlaubt dies Einsätze in Höhenlagen von über 4.000 Metern.

Zur Selbstschutzausstattung gehören laut ODIN Radarwarnempfänger, ein Raketenannäherungswarnsystem sowie vier rundum verteilte Täuschkörperwerfer für Infrarot- und Radarabwehr.

Einsatz bei Heer und Marine

Wie beim Black Hawk hat sich aus der Basisplattform inzwischen eine ganze Fahrzeugfamilie entwickelt, die praktisch alle Teilstreitkräfte der Volksbefreiungsarmee abdeckt:

Die Z-20F ist auf U-Boot-Jagd ausgelegt, mit klappbaren Rotorblättern, seitlichen Aufhängungen für Torpedos, einer Öffnung am Rumpfboden für ein Tauchsonar sowie der Möglichkeit, auch Wasserbomben abzuwerfen.

Die Z-20S ist eine seegestützte Mehrzweckversion mit veränderter Fahrwerksanordnung und Satellitenantenne am Übergang zum Heckausleger. Sie kann offenbar mit Panzerabwehrraketen des Typs KD-10 sowie wahlweise KD-9- oder YJ-9-Seezielflugkörpern bestückt werden, wie ODIN berichtet.

Die Fotos zeigen Mehrzweckhubschrauber vom Typ Z-20 der 75. Armeegruppe der chinesischen Volksbefreiungsarmee, die an einer Übung mit verschiedenen Themen teilnehmen.
China Military Bugle

Für die Luftwaffe wurde die Z-20K/KS entwickelt, ein Allzweckmodell für Transport, Rettung, Anti-Terror-Einsätze und Katastrophenhilfe mit Platz für 16 Passagiere, ausgestattet mit Suchscheinwerfer, Seilwinde und einem elektrooptischen Sensorturm.

Die als Kampfversion konzipierte Z-20T (auch Z-20W genannt) wurde erstmals 2024 auf der Zhuhai-Airshow gezeigt. Sie verfügt über Stummelflügel mit je zwei Waffenstationen, einen elektrooptischen Sensor statt des klassischen Radarbugs sowie ein Verteidigungssystem mit Raketenwarnsensoren, Störkörperwerfern und Infrarot-Gegenmaßnahmen. Die äußeren Aufhängungspunkte sind für Panzerabwehrraketen, die inneren für Raketenwerfer vorgesehen, zusätzlich sind Tanks für größere Reichweite möglich.

Die Z-20J, ebenfalls 2024 in Zhuhai vorgestellt, ist eine trägergestützte Version der chinesischen Marineinfanterie, optisch an die US-amerikanische MH-60R Seahawk angelehnt.

Das amphibische Docklandungsschiff *Changbaishan* (Kennung 989), das einer Marineflottille unter dem Kommando des Südlichen Theaterbereichs der chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA) untersteht, führt Mitte bis Ende Juli 2026 im Rahmen einer vielseitigen maritimen Übung gemeinsame Operationen in Abstimmung mit Z-20J-Bordhubschraubern und einem Luftkissen-Landungsboot (LCAC) durch.
China Military

Die Z-20KA ist eine weitere Angriffsversion, die Panzerabwehrraketen tragen und Spezialkräfte transportieren kann.

Inzwischen gibt es auch die Weiterentwicklung Z-21. Die verfügt über eine schlankere Rumpfform, ein Tandem-Cockpit anstelle der Nebeneinander-Sitzanordnung, eine unter dem Rumpf montierte 23-mm-Bordkanone sowie ein Millimeterwellenradar über der Rotornabe. Die nach oben gerichteten Triebwerksauslässe sollen die Infrarotsignatur reduzieren.

Erstmals gesichtet wurde die Z-21 im März 2024. Über die genaue Technik ist wenig bekannt, chinesische Medien bezeichnen den Helikopter blumig als "himmlischen Kriegsgott". Vermutet wird eine Rolle als Hochgebirgs-Angriffshubschrauber, etwa für das Westliche Kommando der chinesischen Streitkräfte, wobei viele technische Details bislang spekulativ bleiben.