Qantas will den Airbus A380 loswerden - Superjumbo muss früher in Rente

Superjumbo muss früher in Rente
Qantas will den Airbus A380 loswerden

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.08.2026
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Als die Corona-Krise abebbte, feierte der Airbus A380 in Australien ein großes Comeback. 2020 hatte Qantas ihre damals zwölf A380 aus dem Verkehr gezogen und das Gros der Flotte in der Wüste Kaliforniens geparkt. Auf dem Flugzeugfriedhof Victorville ließen sich die Vierstrahler die Sonne auf den Rücken scheinen.

2021 kehrte dann der erste Superjumbo in den Dienst zurück – nach einem Wartungsaufenthalt bei den Elbe Flugzeugwerken in Dresden.

Dort hatte Qantas ab 2019 auch begonnen, ihre A380 mit neuen Kabinen auszurüsten. Heute haben die Australier noch zehn der überarbeiteten Doppelstock-Riesen im Einsatz und es schien, als würden zumindest einige dieser zehn Flugzeuge noch bis ins kommende Jahrzehnt weiterfliegen. Als Zeithorizont galt das Jahr 2032.

Doch die Pläne in Down Under haben sich, unter dem Eindruck aktueller Weltentwicklungen, erneut geändert. Im Rahmen nun bekanntgewordener Pläne zur Flottenerneuerung bestätigte Qantas offiziell, dass die A380 schon ab 2028 außer Dienst gehen sollen – vier Jahre früher also, als es bislang anzunehmen war. Und durchaus überraschend, da die letzte Investition in die Teilflotte noch nicht lange zurückliegt.

"Betriebliche Risiken" und hohe Kosten

Die Gründe für das vorgezogene Aus der A380 liegen für Qantas auf der Hand. Zwar sei das bei Passagieren weltweit sehr beliebte Muster für die Erholung nach der Covid-Krise ein zentraler Faktor gewesen. Allerdings plagt den australischen Flag Carrier nach eigenen Angaben die Sorge, künftig nicht mehr zuverlässig und in ausreichendem Maße an Ersatzteile für die längst nicht mehr produzierte A380 zu gelangen. Das erhöhe "betriebliche Risiken und Wartungskosten", wie Qantas ausführt.

Zudem sieht sich Qantas bei der vierstrahligen A380 in besonderem Maße vom Anstieg der Kerosinpreise betroffen – ausgelöst durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran sowie dessen Folgen.

Brian (CC BY-SA 2.0)

Mehr A350-1000 und 787-9 für Qantas?

Als Ersatz für die Superjumbos fassen die Australier vor allem weitere Airbus A350 sowie Boeing 787 ins Auge. Beide Muster hat Qantas bereits bestellt – die A350 in der maßgeschneiderten Ultralangstreckenversion A350-1000ULR (zwölf Exemplare) sowie in in der "Normalausführung" A350-1000 (ebenfalls zwölf) und den Dreamliner in der mittelgroßen Variante 787-9 (14 im Einsatz). Womöglich wird Qantas bei Boeing und bei Airbus gezeichnete Optionen für weitere Maschinen einlösen.

"Die Flugzeuge der nächsten Generation", die den Airbus A380 ersetzen sollen, "haben eine größere Reichweite und werden in der Lage sein, alle Strecken des aktuellen internationalen Streckennetzes der Fluggesellschaft zu bedienen und neue Strecken zu erschließen", begründete Qantas den angekündigten Schritt.