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Patrick Zwerger

Lufthansa behält historische Flugzeuge

Ju 52 und Super Star werden in Bremen eingelagert

Lufthansa wird die Junkers Ju 52 „D-AQUI“ und die in den USA teilrestaurierte Lockheed Super Star behalten. Beide Flugzeuge sollen bis auf Weiteres in Bremen eingelagert und womöglich zu einem späteren Zeitpunkt als Museumsstücke ausgestellt werden.

33 Jahre lang war die D-AQUI am Himmel über Deutschland ein vertrautes Bild. In mehr als 11500 Flugstunden beförderte die 83 Jahre alte, für den Rundflugbetrieb restaurierte Junkers Ju-52 rund 250000 zahlende Gäste. Im August 2018 hob sie zu ihrem letzten Flug ab – eine Tatsache, die erst im Nachhinein wirklich klar wurde. Denn erst im Januar diesen Jahres gab die Lufthansa bekannt, dass sie den Betrieb der im Eigentum der Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung befindlichen Dreimot nicht länger unterstütze. Nach langem hin und her über das weitere Schicksal der damals in München geparkten Maschine entschied sich Lufthansa schließlich, die D-AQUI auf dem Landweg nach Hamburg zu verfrachten. Damals hieße es, das Flugzeug solle in ein Museum kommen.

Junkers Ju 52 der Lufthansa zerlegt in München - April 2019
Lufthansa
Zuletzt wurde die D-AQUI per Tieflader vom Flughafen München nach Hamburg transportiert. Nun kommt sie nach Bremen.

Auch die Super Star wird nach Bremen verschifft

Daraus wird nun aber erst einmal nichts: Von Hamburg aus wird der Weg der D-AQUI als nächstes in ein Depot nach Bremen führen. Wie die Lufthansa heute bekanntgab, soll die Ju 52 am 17. September dort hin verfrachtet und an ihrem Zielort fachgerecht eingelagert werden – „vorübergehend“, wie die Airline betont. Der Transport werde mit drei Tiefladern bewerkstelligt, wegen der Überbreite des Flugzeugs voraussichtlich in der Nacht. Auch die ebenfalls der Lufthansa gehörende Lockheed Super Star, deren weitere Restaurierung in den USA von der Kranich-Airline ebenfalls nicht mehr unterstützt wird, soll zeitnah per Schiff aus den Staaten nach Bremen transportiert und dort ebenfalls eingelagert werden – im selben Depot wie die Ju 52. Die Super Star sei in Auburn, Maine bereits für den Transport vorbereitet worden, schreibt Lufthansa. Am 8. September würden der Rumpf, die beiden Flügel sowie das Leitwerk als größte Bauteile auf entsprechenden Fahrzeugen in den Hafen von Portland gefahren. Dort soll das Flugzeug zusammen mit den verpackten Motoren, Fahrwerken und diversen weiteren Komponenten in über 200 entsprechenden Transportbehältern auf ein Schiff verladen werden. Laut derzeitigem Stand wird das Schiff am 18. September Portland verlassen und voraussichtlich am 5. Oktober den Hafen von Bremen erreichen.

Lufthansa Technik
Auch die teilrestaurierte Lockheed Super Star wird in den USA gerade für den Seetransport nach Bremen vorbereitet.

Flugzeuge mit historischer Bedeutung

Mit der Entscheidung, sowohl die D-AQUI als auch die Super Star zu behalten, zeige die Lufthansa, dass sie dem historischen Wert der beiden Flugzeuge „eine sehr hohe Bedeutung“ einräume. Die Maschinen würden in einem modernen Depot zwischengelagert, um sie für eine spätere Ausstellung zur Verfügung zu haben. Was genau es mit dieser „späteren Ausstellung“ auf sich hat, wo die Maschinen wann für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen, teilte die Lufthansa nicht mit. Bis auf Weiteres dürften also sowohl die „Tante Ju“ als auch die Lockheed L1649 von der öffentlichen Bildfläche verschwinden. Bleibt zu hoffen, dass dies tatsächlich, wie von Lufthansa angekündigt, kein Dauerzustand sein wird.

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