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Nesemann-Ausstellung in Pinneberg

Pinnebergs „Lilienthal“

Seit Mitte November erinnert das Stadtmuseum Pinneberg mit einer Sonderausstellung an den norddeutschen Flugpionier August Nesemann. Noch bis zum 22. März 2014 kann man sich dort über Pinnebergs „Lilienthal“ informieren.

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Mit zahlreichen Dokumenten, Fotos und Modellen nähert sich die Ausstellung dem fast vergessenen Luftfahrtpionier. Zeitlebens war August Nesemann beseelt von dem Traum zu fliegen. 1873 in Elze in Niedersachsen geboren, verfolgte der gelernte Zimmermann, Erfinder und Tüftler dieses ehrgeizige Ziel. In Buchholz ließ er sich als Baugewerksmeister nieder und konstruierte und baute die abenteuerlichsten Flugapparate. So präsentierte er 1910 in der Schützenhalle in Buchholz sein viel bestauntes Motorflugzeug, welches er auf den Tragflächen über und über mit Federn versehen hatte. Seine Flugexperimente allerdings waren leider nicht recht von Erfolg gekrönt, sondern endeten meist mit einer Bruchlandung.

Seine Flugversuche führten Nesemann in den finanziellen Ruin

In Diensten des Hamburger Schiffspropeller-Fabrikanten Zeise baute Nesemann diesen Gleiter, hier bei einem Start auf der Wasserkuppe. Foto: KL-Dokumentation

Schließlich führten August Nesemann seine waghalsigen und kostspieligen Unternehmungen in den finanziellen Bankrott, so dass er seine Selbständigkeit aufgeben musste. Eine Fortführung seiner Passion als Flugpionier ermöglichte ihm der Hamburger Senator Alfred Zeise. Zeise, als Hersteller von Schiffspropellern bekannt, war selbst begeisterter Erfinder und experimentierte in den Altonaer Zeise-Werken mit Flugzeugpropellern. Zeise stellte August Nesemann in seine Dienste und so führte der Weg ihn nach Pinneberg. Er konnte auf einem in Tangstedt extra angelegten Gelände mit Startbahn und Hangar Flugexperimente durchführen. In den frühen 20er Jahren war Nesemann unter anderem mit dem Zeise-Nesemann „Senator“ auf der Wasserkuppe in der Rhön mit dabei.

Dass die Geschichte von August Nesemann, die mit einem tragischen Autounfall 1951 in Pinneberg endete, überhaupt überliefert wurde, ist dem Heimatforscher Bernd Heitmann zu verdanken. Er beschäftigt sich seit zirka 20 Jahren mit dieser Forschung und hat dem Stadtmuseum Pinneberg dankenswerter Weise umfangreiches Dokumentationsmaterial für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

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