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Jürgen Lehle (CC BY-SA 3.0)

Sondergenehmigung erteilt

John Travoltas Boeing 707 darf nach Australien fliegen

Die Boeing 707 des Schauspielers John Travolta darf ihre letzte Reise ins Museum am Flughafen Albion Park in Australien antreten. Die Behörden gaben grünes Licht für eine Überführung im November. Travolta wird bei dem Flug mit an Bord sein – selbst fliegen darf er allerdings nicht.

Für den letzten Flug seiner heiß geliebten Boeing 707 hält sich der Hollywood-Star den gesamten November frei: Travolta nehme in dieser Zeit extra keine Filmverpflichtungen an, um flexibel zu sein, teilte die Historical Aircraft Restoration Society (HARS) mit, die das Flugzeug übernimmt. Der Schauspieler hatte den 1964 gebauten Vierstrahler vor rund zwei Jahren an die HARS gestiftet, jedoch hatte sich der Transport der Maschine verzögert. Nun haben die Zivilluftfahrtbehörden der HARS jedoch eine Sondergenehmigung erteilt, die einen stilechten Transport der einst an Qantas ausgelieferten 707 auf dem Luftweg ermöglicht.

Schauspieler, Flieger, Showman: John Travolta ist seit 2002 Markenbotschafter von Qantas.

„Eine Menge Arbeit“

John Travolta hatte die Jet-Legende 1998 erworben und sie in der Folgezeit mehrfach selbst geflogen. 2002 war der US-Star mit der 707 sogar in Deutschland zu Gast. In den letzten Jahren allerdings parkte die Maschine nur noch auf der ihr zugewiesenen Stellfläche des Travolta-Anwesens in Florida, das über eine eigene Landebahn verfügt. „Fliegen ist meine Leidenschaft und ich bin sehr dankbar, dass ich viele Flugstunden in so einem schönen Flugzeug sammeln durfte“, erklärte Travolta bereits 2017. Damals hatte er allerdings auch verlautbaren lassen, dass der Jet-Oldie „eine Menge Arbeit“ brauche, bevor er wieder lufttüchtig werde. Dieses Jobs hatten sich in den vergangenen Monaten die freiwilligen Helfer der HARS angenommen. HARS-Präsident Bob de la Hunty betonte, Travolta sei „sehr leidenschaftlich mit diesem Flugzeug beschäftigt“, habe aber festgestellt, dass er künftig nicht die notwendigen technischen und zeitlichen Ressourcen besäße, um ihm gerecht zu werden. „Er wollte es eigentlich nicht aufgeben, aber er konnte sehen, dass wir sehr sorgfältig und pfleglich damit umgehen.“

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Das Anwesen John Travoltas in Florida gleicht einem privaten Flugfeld mit eigener Piste - auf der Südseite parkt unverkennbar die Boeing 707

Travolta weiß seine 707 in guten Händen

De la Hunty und Travolta kennen sich bereits seit längerer Zeit und sind auch privat befreundet. So habe der HARS-Präsident den flugbegeisterten Schauspieler einst zu einem Flug entlang der Küste von New South Wales mitgenommen – in einer Lockheed Super Constellation aus dem Jahr 1955, die von der HARS zuvor restauriert worden war. Die 707, die 1964 mit der Kennung VH-EBM bei Qantas in Dienst ging und später bei Braniff flog, ist für viele der australischen Helfer keine Unbekannte: „Wir haben über 700 Freiwillige, und etwa 200 von ihnen waren früher bei Qantas“, so HARS-Präsident de la Hunty. Mancher der pensionierten Piloten und Ingenieure habe einst an genau der Maschine gearbeitet, die nun im November in ihre frühere Heimat Australien zurückkehren soll.

Jet-Ikone aus den USA: die Boeing 707

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Der Schauspieler darf nicht selbst fliegen

Die für den Überführungsflug von Florida nach Wollongong notwendige Sondergenehmigung ist allerdings an diverse Bedingungen geknüpft. So muss die 707, die derzeit noch die US-Kennung N707JT trägt, als australisches Flugzeug registriert werden. Das wiederum zieht nach sich, dass John Travolta das Flugzeug nicht wie zunächst erhofft selbst nach „Down Under“ fliegen darf. Stattdessen soll es von einer erfahrenen HARS-Crew pilotiert werden. Eine handverlesene Gruppe freiwilliger Helfer und Travolta selbst werden während des Flugs in der Kabine Platz nehmen. Ein Umstand, der durchaus verschmerzbar sein dürfte: In ihrer ursprünglichen Ausführung als Linienjet fasste die 707-138 Platz für 140 Passagiere. Travolta ließ die Maschine allerdings in ein Luxusflugzeug für 25 Personen umbauen, mit Schlafzimmern und Bad, vollausgestatteter Küche sowie Ess- und Wohnbereichen.

Letzte Ruhe als Touristenattraktion

Bei ihrer finalen Landung auf dem Flughafen Albion Park wird die Qantas-707 voraussichtlich von einem großen Heer an Schaulustigen begrüßt werden. Danach soll sie ihren dauerhaften Platz im Luftfahrtmuseum der HARS erhalten. Besucher werden das Flugzeug dann laut Bob de la Hunty auch betreten und von innen besichtigen können.

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