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Umbau von BMW auf Wasp

Ju-Air beginnt Generalreparatur ihrer Flotte

Die Schweizer Ju-Air hat, unter den strengen Augen des BAZL, mit der Grundüberholung ihrer Flotte von Junkers Ju 52 begonnen. Die 80 Jahre alten, historischen Dreimots erhalten neue Flügel und neue Motoren, um sie wieder sicher zu machen.

Die Arbeiten würden von zertifizierten Spezialunternehmen durchgeführt und sollen rund zwei Jahre dauern, teilte Ju-Air am Mittwoch mit. Zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs im Frühling 2021 werde auch die Wartung der Flugzeuge neu organisiert. Das Grossprojekt wird von den in Dübendorf neu gegründeten Junkers Flugzeugwerken durchgeführt, die dafür zahlreiche Spezialunternehmen aus dem In- und Ausland verpflichtet haben. Alle Arbeitsschritte werden vom Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt begleitet. Am Ende der umfangreichen Arbeiten werden die drei Flugzeuge technisch praktisch neuwertig sein, verspricht Ju Air.

Sämtliche sicherheitsrelevanten, tragenden Teile der Flügelkonstruktion werden aufgrund ihres Alters vorbeugend ersetzt. Da neue Teile für die achtzigjährigen Flugzeuge nicht mehr erhältlich sind, müssen hunderte von Einzelteilen durch dafür autorisierte Partner neu hergestellt werden. Dazu werden zuerst die Originalteile digital vermessen. Danach werden Flügel, Leitwerke und Steuerung im Computer nachmodelliert. Mit diesen Daten werden dann die Einzelteile nachgebaut. Rund 90 Prozent der Flügelteile werden so ersetzt.

Die Überholung der Flügel wird in Malters im Kanton Luzern stattfinden. Rumpf, Leitwerk, Fahrwerk, Steuersystem, sowie auch alle anderen Systeme, werden derweil in Dübendorf überholt. Auch hier werden die Arbeiten durch Fachleute von zertifizierten Spezialfirmen ausgeführt. Das Projekt wird vom Bundesamt für Zivilluftfahrt eng begleitet. Die einzelnen Arbeitsschritte werden dazu im Voraus detailliert beschrieben und durch das Bundesamt geprüft. Nach der Bewilligung werden sie ausgeführt und können vom Bundesamt wieder überprüft werden.

Die Antriebe der drei Flugzeuge werden ausgetauscht. Für die bisher eingesetzten BMW-Sternmotoren des Typs „132“ sind keine Ersatzteile mehr verfügbar, da BMW den Bau dieses Motortyps 1944 einstellte. Der Aufwand für einen längerfristigen Weiterbetrieb dieser Flugmotoren würde Jahr für Jahr grösser. Die Ju-Air hat sich deshalb entschieden, sie durch „Wasp“-Sternmotoren vom Typ R-1340 von Pratt & Whitney zu ersetzen. Die „Wasp“-Sternmotoren werden zwar nicht mehr neu gebaut, sie wurden aber in so grossen Stückzahlen hergestellt, dass sie weltweit noch immer sehr verbreitet sind. Grundüberholte Motoren und neuwertige Ersatzteile sind weiter erhältlich.

Das Flugzeug mit der Immatrikulation HB-HOS ist die erste von drei Maschinen, die grundüberholt wird. Es wurde im Spätsommer 1939 fabrikneu an die Schweizer Luftwaffe ausgeliefert und blieb bis 1981 in den Diensten der Armee. 1983 wurde es durch die Ju-Air übernommen und war seither ununterbrochen Teil ihrer aktiven Flotte. Die Grundüberholung der anderen beiden Ju 52 der Ju-Air wird anschließend begonnen. Der genaue Zeitplan hängt auch davon ab, wie die Arbeiten am ersten Flugzeug vorankommen.

Es ist vorgesehen, dass die HB-HOS im Frühling 2021 wieder in den Flugbetrieb zurückkehrt. Im Hinblick auf die Wiederaufnahme des Flugbetriebs wird die Wartung der Flugzeuge und Motoren neu organisiert. Die Abklärungen dazu sind im Gang. Die Ju Air wird auch dabei durch externe Experten unterstützt und durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt überwacht. Die Revision des Rumpfes im Fliegermuseum Dübendorf kann bei speziellen Führungen besichtigt werden. Einzelheiten will die Ju-Air in Kürze mitteilen.

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