Auf dem Gipfel des Militärbündnisses in Ankara hat Generalsekretär Mark Rutte den Beginn formaler Verhandlungen mit Saab über den Kauf von bis zu zehn GlobalEye verkündet. Das Muster gründet auf der Basis der Bombardier Global 6500 und verfügt über das Erieye-Radar und weitere Sensoren. Einen konkreten Vertrag gibt es laut Angaben des schwedischen Unternehmens noch nicht, doch die Ankündigung sei die Bestätigung, dass die GlobalEye die gewählte Lösung der NATO für ihre zukünftige AEW&C Fähigkeit ist (Airborne Early Warning & Control).
"Es ist uns eine Ehre und wir sind stolz darauf, die NATO bei ihrer AEW&C-Fähigkeit der nächsten Generation zu unterstützen. Wir sind überzeugt, dass GlobalEye die richtige Wahl für das Bündnis ist, da es bewährte Leistungsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und langfristige operative Vorteile bietet. Die heutige Ankündigung positioniert GlobalEye eindeutig als die weltweit führende Lösung für fortschrittliche luftgestützte Frühwarnung und -kontrolle. Wir freuen uns auf die nächsten Schritte in den Verhandlungen", sagte Micael Johansson, Präsident und CEO von Saab. Die Verhandlungen werden dann von der NATO Support and Procurement Agency (NSPA) geführt.
Vierter Betreiber
Nach Schweden und den Vereinten Arabischen Emiraten hatte sich zuletzt Frankreich als dritter Kunde für die GlobalEye entschieden. Die VAE hatten ihr erstes Exemplar bereits im April 2020 erhalten. Mittlerweile sind alle fünf gekauften Maschinen ausgeliefert. Die Übergabe der ersten S 106 (so die schwedische Bezeichnung) an die Flygvapnet ist für 2027 vorgesehen. Die NATO hatte sich ursprünglich für die Boeing E-7 Wedgetail entschieden, dann aber im vergangenen November Abstand von einem möglichen Kauf genommen. Ausschlaggebend dafür war der Ausstieg des Pentagons aus dem Programm. Die USA wollten 26 Exemplare als Nachfolger der E-3 Sentry beschaffen, stiegen dann aber aus Zeit- und Kostengründen auf eine Lösung mit weiteren E-2 Hawkeye um. Inzwischen gibt es jedoch Bestrebungen, wieder Geldmittel für die Wedgetail einzuplanen, um zunächst fünf Serienmaschinen zu finanzieren.





