B-52-Bomber über der Wüste: USA und Marokko üben gemeinsam Luftunterstützung

B-52-Bomber über Afrika
USA und Marokko üben gemeinsam Luftunterstützung

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.04.2026
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Ein B-52 Stratofortress-Bomber der US-Luftwaffe überfliegt am 23. April 2026 während der Übung African Lion 26 in Tan-Tan, Marokko, ein Übungsgebiet.
Foto: U.S. Army/Christopher Sanchez

Über dem Kap Draa, im Südwesten Marokkos, flogen Ende April zwei B-52H-Langstreckenbomber der US Air Force gemeinsam mit vier F-16-Jets der marokkanischen Luftwaffe.

Die B-52H Stratofortress ist seit den frühen 1960er-Jahren im Dienst und wurde seither mehrfach technisch erneuert. Ihre Stärke liegt in der Reichweite, mehr als 14.000 Kilometer, und der Fähigkeit, große Waffenlasten zu transportieren. Die F-16 der marokkanischen Luftwaffe ist dagegen für den taktischen Nahkampf in der Luft und präzise Angriffe auf Bodenziele konzipiert.

2019 unterzeichnete Marokko mit den USA zwei Verträge über insgesamt mehr als 4,8 Milliarden US-Dollar. Zum einen die Beschaffung von 25 neuen F-16V der Blockversionen 70/72 – der derzeit modernsten Variante des Kampfjets – zum anderen die Nachrüstung der bereits vorhandenen 23 Maschinen auf denselben Standard. Die Verbesserungen umfassen unter anderem ein neues AESA-Radar, ein vollständig digitalisiertes Cockpit sowie verbesserte Systeme zur elektronischen Kriegsführung.

Die B-52 und die F-16 nun zusammen in einer gemeinsamen Mission zu koordinieren, verlangt laut Angaben der beteiligten Kräfte abgestimmte Kommunikationssysteme und kompatible Einsatzverfahren. "Ihre sichtbare Präsenz über Marokko, im Zusammenspiel mit Kampfflugzeugen der Königlich Marokkanischen Luftwaffe, signalisiert glaubwürdige Abschreckung und bekräftigt das Engagement der USA für die regionale Sicherheit", sagte US-Luftwaffengeneral Dagvin Anderson, kommandierender General des US Africa Command.

Ausbildung zur Koordination von Luftangriffen

Es ging allerdings nicht nur um den Überflug der B-52. Denn in Marokko findet zum ersten Mal ein Lehrgang zur Ausbildung von "Joint Terminal Attack Controllern" (JTAC) statt. JTAC sind Soldaten, die von vorderen Gefechtspositionen den Einsatz von Kampfflugzeugen und Luftangriffen koordinieren.

"Der erste JTAC-Qualifizierungskurs bildet marokkanische Rekruten darin aus, Kampfflugzeuge, Artillerie und Schiffsartillerie aus vorgeschobenen Stellungen heraus zu lenken", erklärt Master Sergeant Therron Bundick von der US Air Force, Leiter der Waffen- und Taktikabteilung. "Diese Einsatzleiter sind befugt, Luftangriffe freizugeben, ihre Treffgenauigkeit zu gewährleisten, Eigenbeschuss zu vermeiden und Kollateralschäden zu minimieren."

U.S. Navy/Samuel Wagner

Neben US-amerikanischen Soldaten nahmen auch Soldaten aus Kanada, Ungarn und Marokko an der Übung teil. Ergänzt wurde das Übungsgeschehen durch marokkanische Puma-Hubschrauber, die in das Szenario eingebunden wurden.

Militärübung "African Lion"

Eingebettet war der Überflug in die Übung "African Lion 26", eine multinationale Militärübung unter Führung des US-Afrikakommandos, die vom 20. April bis 8. Mai 2026 in Ghana, Marokko, Senegal und Tunesien stattfindet. Rund 5.600 Soldaten nehmen teil.

Bei solchen Verbündetenübungen soll sichergestellt werden, dass trotz unterschiedlicher Funkprotokolle, Taktiken und Entscheidungswege gemeinsames Agieren möglich ist.