Boeing P-8A Poseidon: Noch mehr neue U-Boot-Jäger für Deutschlands Marine?

Marine will mehr P-8A Poseidon
Ein ganzes Dutzend U-Boot-Jäger für Deutschland?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.08.2025
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Die erste Boeing P-8A Poseidon mit deutschen Hoheitszeichen soll Ende des Jahres am Marinefliegerhorst Nordholz eintreffen. Der Seefernaufklärer auf 737-Basis wird derzeit auf dem Werksflugplatz Boeing Field mit der nötigen Ausrüstung bestückt. Gebaut wurde das Flugzeug mit dem Kennzeichen 63+01 und der Seriennummer 170528 wie alle anderen P-8A in der nahegelegenen Fabrik Renton. Dort baut Boeing auch schon an einer Reihe weiterer Poseidons, die einmal für Deutschland auf U-Boot-Jagd gehen sollen und in dieser Rolle die veraltete Lockheed P-3C Orion ersetzen. Von dieser Turboprop-Viermot dienen aktuell noch zwei Exemplare in den Reihen des Marinefliegergeschwaders 3 "Graf Zeppelin". Mehr als vier P-3C hatte die Marine aber auch in früheren Jahren aus diversen Gründen selten zeitgleich zur Verfügung, wenngleich der – gebraucht aus den Niederlanden erworbene – Bestand insgesamt acht Flugzeuge umfasste.

Für die P-8A stehen bei Boeing ebenfalls acht Bestellungen aus Deutschland im Orderbuch – bis jetzt. Denn die Hinweise mehren sich, dass die Marine mittelfristig vier zusätzliche Flugzeuge erhalten könnte, was den Gesamtbestand dann auf zwölf Poseidons hochschrauben würde.

Verdächtiger Haushaltsposten

Hinter verschlossenen Türen munkelte man darüber schon länger und es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Marineflieger sich im Angesicht der neuen internationalen Lage und der vereinbarten Zusatzausgaben für die Aufrüstung der Bundeswehr weitere Maschinen wünschen. Mai vermerkte das Marinekommando in der Broschüre "Kurs Marine" auf Seite 38 erstmals öffentlich einen finalen (Wunsch-)Bestand von acht bis zwölf P-8A ab 2035, ohne im Detail jedoch weiter darauf einzugehen.

Das Fachportal Hartpunkt kombiniert diese Angabe jetzt mit einer Entdeckung im Entwurf des Bundeshaushalts 2026, der jüngst an den Bundestag übermittelt wurde. Dort seien nun "weitere 2,8 Milliarden Euro an sogenannten Verpflichtungsermächtigungen für die Jahr 2028 bis 2032 für die P-8A vorgesehen", während im Haushaltsentwurf für 2025 laut Hartpunkt "für den Zeitraum 2028 bis 2030 lediglich Verpflichtungsermächtigungen von knapp 700 Millionen Euro vorgesehen" gewesen seien.

Längst nicht final

Dass sich hinter der großen Aufstockung nicht nur Verpflichtungen für "Ausrüstung wie Bojen, Torpedos oder Simulatoren" für die P-8A verbergen, sondern – wie Hartpunkt unter Bezugnahme auf nicht näher genannte Beobachter mutmaßt – auch zusätzliche Flugzeuge, liegt bei objektiver Betrachtung in der Tat nahe.

Allerdings müsste dazu der Haushaltsentwurf erst noch erfolgreich den Bundestag passieren, um im Anschluss daran in den USA einen weiteren Vertrag mit der US Navy im Rahmen des "Foreign Military Sales"-Programms zu schließen und über dieses von der US-Regierung für Militärgüter vorgegebene Procedere weitere neue P-8A in Auftrag zu geben.

Detail Schriftzug Boeing P-8A Poseidon Marine in Lackierhalle
Boeing

Zweite Aufstockung

Tatsächlich hat Deutschland seine P-8A-Order bereits einmal auf diese Weise aufgestockt, denn die anfängliche Bestellung vom Juni 2021 umfasste lediglich fünf Poseidons. Nach Russlands Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 stockte die damals im Amt weilende Ampelregierung den Auftragsbestand auf acht Maschinen auf.