China zeigt erstmals Verbund von Aufklärungsdrohnen

Einsatz für Heer, Marine und Raketentruppen
China zeigt erstmals Verbund von Aufklärungsdrohnen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.08.2026
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GJ-3A, WZ-10
Foto: CCTV (第六集《联战联胜)

Wie die staatsnahe Zeitung "Global Times" zuerst berichtete, zeigte das chinesische Staatsfernsehen CCTV entsprechendes Videomaterial, das um den 4. August 2026 veröffentlicht wurde.

Darin waren neben den bereits bekannten Aufklärungsdrohnen WZ-7 und WZ-10 nun auch erstmalig die bewaffnete Aufklärungsdrohne GJ-3A zu sehen. Die Aufnahmen stammen aus der sechsten Folge der PLA-Dokumentarserie "Zhisheng". Statt als eigenständige Plattformen wurden die drei Drohnen als miteinander vernetzter Verbund präsentiert.

Laut dem Bericht handelt es sich um eine Kombination aus taktischer und strategischer Aufklärung. Die Drohnen der Luftwaffe fungieren demnach als Knotenpunkte innerhalb eines bestehenden militärischen Informationsnetzes, das die Grenzen zwischen den einzelnen Teilstreitkräften auflöst und eine gemeinsame, abgestimmte Kriegsführung ermöglichen soll.

Ziel ist es, Zielerfassung, -klassifizierung, -verfolgung und Waffeneinsatz über Teilstreitkraftgrenzen hinweg zu beschleunigen und so die Entscheidungszeit in einem möglichen Konfliktszenario im Indopazifik zu verkürzen.

Wie genau die Kommunikationsarchitektur des Systems aussieht, wurde, wenig überraschend, nicht offengelegt.

Weiterentwicklung der Wing-Loong-Familie

Wang Jianan, Chefredakteur des chinesischen Fachmagazins "Aerospace Knowledge", ordnete die neue Drohne gegenüber "Global Times" ein. Die GJ-3A basiere zwar auf der bekannten Wing-Loong-Baureihe, sei jedoch eine speziell für den heimischen Gebrauch konzipierte Variante.

Er geht von einem Startgewicht von über sechs Tonnen und einer Nutzlast von mehr als zwei Tonnen aus. Neben Angriffen auf Bodenziele soll die Drohne nach Einschätzung des Experten auch für Luftkämpfe ausgelegt sein. Unbestätigten Berichten zufolge soll die GJ-3A bis zu 40 Stunden in der Luft bleiben können.

Die beiden anderen im Video gezeigten Systeme, WZ-7 und WZ-10, sind laut Wang für große Flughöhen und lange Einsatzdauern konzipiert.

Für die WZ-10 werden eine Länge von rund neun Metern, eine Spannweite von etwa 20 Metern, ein Startgewicht von etwa 3.200 Kilogramm, eine Einsatzdauer von bis zu 20 Stunden sowie eine Dienstgipfelhöhe von rund 15.000 Metern angegeben.

Die WZ-7 gilt dabei als das größere der beiden Systeme mit strategischer Aufklärungsreichweite. Bei der bei Guizhou Aircraft Corporation gefertigten Drohne handelt es sich um ein vergleichsweise großes UAV mit einer Länge von etwa 14 Metern und einer Spannweite von rund 25 Metern, das über ein spezielles Flügeldesign, einen sogenannten Boxwing, das zwei übereinanderliegende Tragflächen miteinander verbindet, verfügt.

Schätzungen zufolge liegt das Startgewicht bei etwa 7500 Kilogramm. Die Marschgeschwindigkeit soll rund 750 Kilometer pro Stunde betragen, die Einsatzhöhe etwa 18.000 Meter, die Reichweite rund 7000 Kilometer.

Vermutlich bereits 2018 bei der Luftwaffe der Volksbefreiungsarmee in Dienst gestellt, war die WZ-7 zuvor schon mehrfach im Rahmen von Vorstößen in Richtung Taiwan, ins Südchinesische Meer, ins Japanische Meer und in Grenzregionen aufgefallen.

So etwa Anfang Januar 2023, als japanische Streitkräfte die Drohne zwischen Okinawa und Miyakojima registrierten und daraufhin eigene Kampfjets zur Identifizierung aufsteigen ließen. Zeitgleich befand sich auch der chinesische Flugzeugträger "Liaoning" in der Nähe Taiwans im Einsatz.

Beide Drohnentypen waren bereits im November 2024 auf der Luftfahrtmesse in Zhuhai zu sehen.

Aufklärung für alle Teilstreitkräfte

Nach Angaben von CCTV liefert die Luftwaffe inzwischen wichtige Informationen für alle übrigen Teilstreitkräfte. Sie dient der Raketentruppe als neue Quelle für Zielaufklärung, der Marine als zusätzlicher Kanal für die Lageeinschätzung und dem Heer als Unterstützung für weitreichende Feuerschläge.

Die Zielerfassung der Raketentruppe stützt sich dabei auf ein mehrschichtiges System aus optischen und Radar-Aufklärungssatelliten, Radaranlagen, Seeaufklärern, zivil abgeleiteten Hinweisen und eben unbemannten Luftfahrzeugen.

Früher seien sämtliche Gefechtsinformationen an ein gemeinsames Kommandozentrum weitergeleitet worden, wobei Personal in großem Umfang manuell an Planung und Befehlsausgabe beteiligt gewesen sei, erklärt Wang.

Heute dagegen würden alle Informationen in ein vernetztes System eingespeist, das Fronterkenntnisse mit einer Bewertung sämtlicher verfügbarer Mittel verknüpft. Ein KI-gestütztes System könne daraus binnen Sekunden optimale Einsatzpläne ableiten.