Das türkische Rüstungsunternehmen Baykar ist der größte militärische Drohnenhersteller der Welt. Die Produkte exportiert der Konzern in 37 Länder. Allerdings ist Baykar nicht die einzige Firma aus der Türkei, die bei der Herstellung von Militärdrohnen tätig ist.
Die Baykar Bayraktar TB2 bringt es auf eine Spannweite von 12 Metern – mit einer Spannweite von über 13 Metern ist die Anka-III von Turkish Aerospace Industries (TAI) nochmal etwas größer und bringt einige zusätzliche Fähigkeiten mit.
Im Gespräch mit der FLUG REVUE berichtete einer der Ingenieure von TAI, Anka-II (offiziell Aksungur) und Anka-III seien speziell für die Anforderungen der Kunden der ersten Drohne aus der Anka-Familie entwickelt worden. Die Kunden waren mit der Anka-I, offiziell nur Anka, grundsätzlich zufrieden, wollten allerdings perspektivisch ein Modell mit mehr Nutzlast und längerer Flugdauer.
Begleiter für den Kaan
Als "Loyal Wingman" arbeitet das Unternehmen derzeit an der Anka-III. Die Drohne soll den heimischen Kampfjet Kaan unterstützen und mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sein. Das jetgetriebene Unmanned Combat Aerial Vehicle (UCAV) soll zukünftig auch Hyperschallraketen abfeuern.
Die Drohne im Nurflüglerdesign hat anders als ihre Vorgängerinnen Anka-I und -II interne Waffenschächte und besitzt eine optimierte Radarsignatur – das macht die Anka-III zu einer echten Stealthdrohne.
Eingesetzt werden soll sie, wenn sie denn einsatzreif ist, für "Intelligence, Surveillance and Reconnaissance"-Missionen sowie für gezielte Luftschläge auf Bodenziele – also genau die Missionen, für die auch der Stealthjet Kaan konzipiert ist.
Einen der beiden existierenden Prototypen bekam die FLUG REVUE in Ankara zu sehen. Allerdings dürfen auf dem Campus von TAI keine Fotos gemacht werden. Der Prototyp vor Ort ist noch mit externen Waffenaufhängungen versehen – bei der Serienvariante gebe es die "natürlich nicht", so der TAI-Ingenieur.
Denn inzwischen ist das Design des unbemannten Jets weitgehend finalisiert. Noch in diesem Jahr soll die Massenproduktion losgehen, damit die ersten Exemplare 2028 an die türkische Luftwaffe gehen können.
Erstflug schon vor drei Jahren
Nach dem ersten Triebwerkslauf im Jahr 2023 absolvierte die neue Nurflügler-Drohne im Dezember desselben Jahres ihren Erstflug. Über eine Stunde lang war die Anka-III unterwegs und landete anschließend völlig autonom.
Seither treiben die Entwickler das Testprogramm ehrgeizig voran. Beim zwölften Testflug traf die Drohne mit dem Lenksatz TEBER-82 ihr Ziel punktgenau, in einem weiteren Test kam zusätzlich die Munition TOLUN erfolgreich zum Einsatz.
Mit einem Startgewicht von rund sieben Tonnen soll die Drohne künftig in Höhen von bis zu 40.000 Fuß operieren, Geschwindigkeiten von Mach 0,7 erreichen und bis zu zehn Stunden in der Luft bleiben.
Für TAI ist die Drohne allerdings nicht das einzige Projekt. Sowohl der Trainings- und Kampfjet Hürjet als auch das Schulflugzeug Hürkuş und besonders der Kaan erfordern einige Aufmerksamkeit. Fristgerecht ausgeliefert werden sollen die ersten Anka-III trotzdem.





