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Drei Bombardier Global 6000 werden beschafft

Noch mehr Geld für die Flugbereitschaft

Bombardier Global 6000 Foto: Bombardier

Die Flugbereitschaft erhält neben Airbus A350 auch neue Flugzeuge für die Mittelstrecke. Auch weitere Beschaffungen wie zusätzliche Luna NG/B-Drohnen wurden vom Haushaltsausschuss gebilligt.

nsgesamt mehr als eine Milliarde Euro hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in dieser Woche für verschiedene Rüstungsprojekte freigegeben. Investiert wird unter anderem in das neue Satellitenaufklärungssystem SARah. Das Luftverteidigungssystem Patriot wird modernisiert und eine neue Version der Aufklärungsdrohne Luna beschafft. Darüber hinaus sollen drei neue Flugzeuge für die Flugbereitschaft gekauft werden.

Der Ankauf von drei Flugzeugen vom Typ Bombardier Global 6000 für die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung hat ein Finanzvolumen von insgesamt bis zu 240 Millionen Euro. Darin sind neben den Flugzeugen unter anderem auch die zugehörigen Schutzsysteme, Kommunikationseinrichtungen, Schulungsleistungen für das Personal sowie Ersatzteile enthalten.

Da die Flugzeuge nicht allein durch die Bundeswehr und das Bundesministerium der Verteidigung genutzt werden, sondern für den Transport der Regierungsmitglieder zur Verfügung stehen, wird der Kauf über den Einzelplan 60 des Bundeshaushaltes finanziert.

Die Flugzeuge sollen bereits Ende 2019 genutzt werden können. Mit ihnen werden die Kapazitäten der Flugbereitschaft auf der Mittelstrecke gestärkt heißt es.Durch eine stark vereinheitlichte Flotte bestehend aus Global 5000 und Global 6000 wird die Flugbereitschaft flexibler und bei nichtplanbaren Ereignissen reaktionsfähiger sein.

Die Bombardier Global 6000 können bis zu 11.000 km weit fliegen. Das Aufgabenspektrum der Flugzeuge ist weit gefasst und geht über den Transport von Personen aus dem politisch-parlamentarischem Bereich hinaus. Auch für den militärischen Lufttransport von Verwundeten, Unfallverletzten und Kranken sowie im Rahmen des Krisenmanagements stehen die Global 6000 zur Verfügung.

Nächste Generation des Luna-Systems bestellt

Weitere neun Luna Aufklärungssysteme will die Bundeswehr für rund 130 Millionen Euro beschaffen. Die Luna Next Generation/Bundeswehr lösen die Kleinfluggeräte Zielortung (KZO) ab.

Bislang sind bereits drei dieser taktischen Systeme und ein Ausbildungssystem von der Bundeswehr bestellt. Das erste System soll noch 2019 durch die Truppe eingesetzt werden. Damit beginnt die aufgabenorientierte Ausstattung der Truppe mit den unbemannten Luftfahrzeugen.

Die Luna NG/B ist ein unbemanntes luftgestütztes Aufklärungsmittel mit mittlerer Reichweite. In einem Radius von rund 100 Kilometern verbessert die Luna die taktische Informationsgewinnung

Zum Lieferumfang eines System Luna NG/B gehören fünf unbemannte Luftfahrzeuge mit elektrooptischer und Infrarot Sensorik, zwei Bodenkontrollstationen und die dazugehörigen Kommunikationsmittel in geschützten Funktionscontainern, zwei Telemetrie-Antennen auf Anhängern, eine in einem geschützten Container integrierte Werkstattausstattung sowie ein Ersatzteilpaket. Zu einem System gehören in der Standardkonfiguration je zwei Start- und Landevorrichtungen. Auch die technische Dokumentation und Ausbildungsmittel sind im Lieferumfang eines Systems enthalten.

Das Luftfahrzeug Luna NG/B wird in der Grundkonfiguration per Katapult gestartet. Die Landung erfolgt am Fallschirm oder in einem Fangnetz. Doch nicht immer steht ausreichend Platz für ein Fangnetz oder die Landung per Fallschirm zur Verfügung. Deshalb hat der Hersteller ein System für vertikale Starts und Landungen für den Luftfahrzeugtyp entwickelt. Damit aus der Luna NG/B ein Senkrechtstarter werden kann, muss dieses System noch die umfangreichen Tests der Bundeswehr bestehen. Dann kann diese Fähigkeit auch ohne Mehrkosten in die Lunas integriert werden.

Beschaffung von Komponenten für Patriot

Bis mindestens 2030 soll das Waffensystem Patriot noch zur bodengebundenen Luftverteidigung dienen. Jetzt wird es fit gemacht für die Aufgaben der nächsten Jahre. Mit der nun durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages gebilligten Vorlage können rund 120 Millionen Euro in den Erhalt der sogenannten Einsatzreife der Patriots investiert werden. Damit können alle Fähigkeiten des Waffensystems zur Luftverteidigung erhalten werden.

Konkret sollen 14 digitale Radarprozessoren, sechs moderne Bedienstationen für die Gefechtsstände und Ersatzteile gekauft werden. Auch technische Unterstützung wird mitbeauftragt, um die neuen Anlagen in die Patriot-Geräte einzurüsten. Bis 2022 sollen die modernisierten Systeme in der Truppe ankommen.

Die Patriots dienen der Luftverteidigung und können auch ballistische Flugkörper mit kurzer Reichweite abfangen. Ende der 20iger Jahre soll das taktische Luftverteidigungssystem (ZLVS) sukzessive eingeführt werden. Es wird in zukünftigen Einsätzen einen umfassenden Schutz gegen alle Bedrohungen aus der Luft bieten und dabei einen deutlichen Fähigkeitssprung gegenüber heutigen marktverfügbaren Systemen darstellen.

Weitere Gelder für SARah

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat rund 120 Millionen Euro für Änderungen beim Radarsatellitenaufklärungssystem Synthetic Aperture Radar (SARah) freigegeben. Die zusätzlichen Mittel fließen unter anderem in die ITInformationstechnik-Sicherheit der Satelliten, weitere Sicherheitstechniken und setzen neue Kryptovorgaben des Bundesamtes für Schutz in der Informationstechnologie um.

SARah ist ein Radarsatellitensystem und verfügt über zwei Reflektor-Satelliten, einem Phased Array-Satelliten, einer Bodenstation in Deutschland sowie Antennen in Deutschland und Schweden. Mit dem System sind können weltweit tageslicht- und wetterunabhängige Bilddaten erstellt werden. Das Aufklärungssystem SARah wird 2022 das ebenfalls radarbasierte und bislang genutzte Satellitensystem SAR-Lupe ablösen.

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