Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto meldete sich am Freitag, dem 18. September, auf X höchstpersönlich zu Wort. Er habe die Entwicklung der Lage rund um den Stützpunkt Taif, "der Ziel mehrerer Angriffe war und auf dem italienisches Personal im Rahmen der Operation Inherent Resolve stationiert ist", zusammen mit dem Chef des Verteidigungsstabes, General Luciano Portolano, aufmerksam verfolgt.
"Bei dem Angriff wurde ein italienisches F-2000-Kampfflugzeug getroffen, das sich in einem dezentralen Bereich des Stützpunkts befand", schrieb der Minister weiter. "Es entstanden keine weiteren Schäden an Fahrzeugen oder der von unserem Personal genutzten Infrastruktur."
F-2000 ist in der italienischen Nomenklatur die Bezeichnung für den Eurofighter Typhoon, von denen die Aeronautica Militare seit Mitte März dieses Jahres vier Exemplare in Saudi-Arabien stationiert hat. Sie sollten von dort aus im Rahmen der sogenannten "Task Force Air – Arabia" die Luftverteidigung der Golfstaaten gegen iranische Drohnen- und Raketenangriffe verstärken.
Im Fadenkreuz der Huthi-Miliz
Die Task Force Air – Arabia umfasst neben dem Eurofighter-Kontingent auch Frühwarnflugzeuge des Typs E-550A CAEW sowie C-130J und KC-130J für den taktischen Lufttransport und Systeme zur Drohnenabwehr in der Region.
Der Stützpunkt Taif, auf dem die Eurofighter stationiert sind, liegt ganz im Westen von Saudi-Arabien, unweit der Küste zum Roten Meer. Damit wähnte man sich vor Ort gegen Angriffe iranischer Drohnen und Raketen bislang in Sicherheit – hatte aber womöglich nicht die Huthi-Rebellen aus dem Jemen auf dem Zettel, die den Iran unterstützen und in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder Ziele in Saudi-Arabien aufs Korn nahmen.

Italienische Eurofighter wurden bereits im März in Kuwait Ziel eines Angriffs durch den Iran.
Eurofighter unter Feuer, Schicksal unklar
Die Huthi meldeten ihrerseits, sie hätten den italienischen Eurofighter in Taif bei ihrem Angriff zerstört. Eine Bestätigung dafür gab es bislang nicht.
Italienische Eurofighter waren bereits im März Ziel eines iranischen Angriffs, seinerzeit auf den Fliegerhorst Ali Al Salem in Kuwait. Dabei wurde ein Flugzeug mindestens so schwer beschädigt, dass es seither nicht bewegt werden konnte, während drei ebenfalls dort stationierte Jets kurz nach dem Angriff nach Italien zurückkehrten.
Wie es konkret um den in Kuwait verbliebenen vierten Eurofighter steht, ist nach wie vor unklar.





