Flugverbot für Jettrainer - Brennende Hawk nach Start abgestürzt

Flugverbot für Jettrainer
Brennende Hawk nach Start abgestürzt

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.09.2026
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BAE Hawk T2 der RAF im Tiefflug
Foto: Patrick Hoeveler

Die BAE Systems Hawk T2 war gestern gegen 14 Uhr Ortszeit auf dem Fliegerhorst RAF Valley in Wales zu einem Trainingsflug gestartet. Laut Augenzeugenberichten soll die Maschine schon beim Beschleunigen auf der Piste in Brand gewesen sein. Trotzdem hob der Jet ab. Dies bestätigt ein auf den sozialen Netzwerken veröffentlichtes Video. Wie weitere Filme zeigen, macht das Flugzeug zwei starke Nickbewegungen nach oben. Anschließend betätigt die Besatzung ihre Schleudersitze. Beide Piloten konnten die Hawk sicher verlassen, obwohl die Sitze beim Ausschuss sehr eng einander schienen. Aus einer seitlichen Wartungsöffnung zum Triebwerksbereich kommen Flammen und Rauch. Anschließend schlägt der führerlose Trainer auf dem Gelände eines nahegelegenen Bauernhofs auf. Am Boden kamen keine Personen zu Schaden. Gemäß Angaben der Polizei von Nordwales erlitten die beiden Piloten leichte Verletzungen.

Ein Brand der Hilfsgasturbine als Unglücksursache wäre ebenfalls denkbar. Dieser Ground Turbine Starter (GTS) von Microturbo sitzt direkt hinter dem zweiten Cockpit. Hier könnte ein Feuer die in diesem Bereich verlaufenden Steuerverbindungen beschädigen, was die abrupten Flugmanöver erklären könnte. Die definitive Ursache ist noch nicht bekannt. Mittlerweile hat die RAF aus Sicherheitsgründen die gesamte Hawk-Flotte gegroundet. Dazu zählen auch die Flugzeuge der Kunstflugstaffel Red Arrows. Ob die letzten beiden Vorführungen der Saison (27. September in Le Touquet, Frankreich, und 3. Oktober in Duxford) stattfinden, ist sehr unwahrscheinlich.

Triebwerksprobleme sorgen für frühere Ausmusterung

Der Absturz ist der erste Totalverlust einer Hawk T2 bei der Royal Air Force. Die britischen Luftstreitkräfte betreiben 28 Exemplare zur Pilotenschulung. Allerdings hat Großbritannien die ursprünglich für 2040 geplante Ausmusterung des Typs aufgrund technischer Gründe um zehn Jahre vorgezogen und sucht derzeit einen Nachfolger. Vor allem das Adour-Triebwerk von Rolls-Royce/Safran macht Probleme. Im Jahr 2023 hatte die RAF die Hawk-Flotte wegen eines Vorfalls am Boden gelassen. Eine Verdichterschaufel hatte sich gelöst und das Triebwerk zerstört.

Die zweite Generation der Hawk, äußerlich erkennbar unter anderem am verlängerten Bug, fliegt nicht nur in Großbritannien. Auch Abu Dhabi, Australien, Bahrein, Indien, Indonesien, Katar, Malaysia, Oman, Saudi-Arabien und Südafrika haben das Muster noch in Dienst. Kanada hat seine Exemplare 2024 außer Dienst gestellt.