Unter dem Motto "Train together. Learn together. Operate together." fliegen vom 10. bis 14. August auf der malaysischen Subang Air Base im Rahmen der zweijährlich stattfindenden Übung "Udara Shakti" die Luftstreitkräfte Malaysias und Indiens Seite an Seite.
Geklärt werden soll die Frage, wie gut unterschiedliche Flugzeugtypen, Besatzungen und Bodenteams in einem komplexen, multinationalen Einsatzumfeld reibungslos zusammenarbeiten können. Erklärtes Ziel der indischen Luftwaffe ist es, operative Erkenntnisse zu gewinnen, bewährte Verfahren weiterzuentwickeln und die gegenseitige Einsatzfähigkeit zu stärken.
Damit das funktioniert, bringen beide Länder unterschiedliche Muster mit, die bei westlichen Übungen nicht aufeinandertreffen. Malaysia stellt zwei Sukhoi Su-30MKM, zwei Boeing F/A-18D und eine A400M von Airbus. Indien kommt mit vier Dassault Rafale und zwei C-17 Globemaster III zur Übung. Die indischen Maschinen legen einen Zwischenstopp auf dem Rückweg von der Übung "Pitch Black 2026" in Australien ein.
Insgesamt sind 83 Soldaten beteiligt. Viele sind das nicht, aber für das Übungsziel ist das gar nicht nötig, denn die beiden Länder haben miteinander keinen Verteidigungspakt. Regelmäßige Übungen sollen vor allem die Sicherheit in Südostasien stärken und die Streitkräfte einsatzbereit halten.
Malaysia verfolgt eine möglichst neutrale Außenpolitik und will sich in der Beschaffungspolitik nicht einschränken, weswegen dort Jets aus den USA und aus Russland nebeneinander fliegen. Eine ähnliche Strategie verfolgt auch das Nachbarland Indonesien.
Luftkampftraining mit unterschiedlichen Typen
Bei "Udara Shakti" steht sogenanntes "Dissimilar Air Combat Training" auf dem Programm. Dabei werden Luftkampfmanöver mit technisch grundverschiedenen Maschinen durchgeführt. Hinzu kommen Luftbetankungsübungen mit der A400M.
Und grundverschieden sind die Jets aus russischer und französischer Produktion in jedem Fall. Die zweistrahlige Su-30MKM ist verhältnismäßig groß und wendig. Die Rafale besitzt dafür modernere Sensorik.
Das gemeinsame Training erlaubt in der Theorie ein besseres Verständnis von Kommunikation und Flugverhalten der anderen Einheiten. Immerhin verfügt Indien selbst über 260 Su-30MKI, die sogar größtenteils im Land selbst produziert wurden. Mit dem Muster dürften sich die Piloten also grundsätzlich bestens auskennen, wenngleich die malaysischen Su-30MKM einen anderen Ausrüstungsstandard besitzen als die indischen Su-30MKI. Bei der Übung geht es vor allem um das Zusammenspiel unterschiedlicher Kampfflugzeuge, die gleichzeitig verschiedenen Luftwaffen angehören.
Die A400M übernimmt bei der Übung eine Doppelrolle als Lufttransporter und Tankflugzeug und verbindet damit taktische Kampfeinsätze mit den notwendigen Versorgungsstrukturen. Die C-17 transportieren Wartungspersonal, Ersatzteile und technisches Gerät für die Rafale.
Su-30MKM-Flotte frisch generalüberholt
Die malaysischen Su-30MKM bilden seit Jahren das Rückgrat der Luftwaffe und stammen ursprünglich aus einer 2003 unterzeichneten Bestellung über 18 Maschinen im Gesamtwert von umgerechnet rund 750 Millionen Euro.
Technisch basiert der Typ auf der für Indien entwickelten Su-30MKI und vereint russische Antriebs- und Radartechnik mit Komponenten aus Frankreich, Südafrika und Deutschland. Die israelischen Systeme der indischen Ursprungsversion wollte Malaysia nicht haben. Diese wurden entsprechend durch andere Zulieferer ersetzt.
Rund zehn Jahre nach der Auslieferung 2007 waren von den 18 Flugzeugen nur noch vier einsatzbereit, denn aus Kostengründen war eine Generalüberholung in Russland nicht möglich.
Malaysia entschied sich daraufhin, die Instandsetzung im eigenen Land durchzuführen. Verantwortlich zeichnete die einheimische Aerospace Technology Systems Corporation (ATSC).
Im Januar 2025 konnte schließlich die letzte überholte Maschine an die in der 12. Staffel gebündelte Flotte übergeben werden. Für die Su-30MKM bedeutete das zehn weitere Dienstjahre. Inzwischen besteht mit Indien ein Abkommen zur gemeinsamen Wartung des Musters, was die Lebensdauer zusätzlich verlängern wird.
Rafale gegen Su-30
Rafale und Su-30 stehen sich auch anderswo als Konkurrenten auf dem Exportmarkt gegenüber. So war Kasachstan 2023 im Zuge eines Macron-Besuchs kurzzeitig als möglicher Rafale-Käufer gehandelt worden, entschied sich am Ende jedoch gegen den französischen Jet.
Ein kasachischer Luftwaffenoffizier begründete dies unverblümt mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis der Maschine: Sie sei zwar schön und gut, aber sehr teuer.
Stattdessen setzt Kasachstan weiterhin auf russische Su-30SM und erhielt im August 2024 sechs werksneue Maschinen – die ersten fabrikneuen Su-30SM-Exporte Russlands seit Kriegsbeginn in der Ukraine.





