Malaysias König Sultan Ibrahim hat bei einem Staatsbesuch in Moskau den russischen Kampfjet Suchoi Su-57E, die Exportvariante der Su-57, begutachtet. Am Flughafen Moskau-Schukowski wurde ihm eine rund siebenminütige Flugvorführung des Cheftestpiloten von Suchoi, Sergej Bogdan, präsentiert. Anschließend inspizierte der König das Cockpit persönlich.
Der König und der malaysische Verteidigungsminister waren anlässlich des 81. Jahrestags des Sieges im Zweiten Weltkrieg in Moskau.
Su-57-Exporte bleiben weitgehend aus
Russland wirbt offensiv für seinen Tarnkappenjäger bei südostasiatischen Staaten, die ihre Luftwaffe modernisieren wollen, ohne sich dabei vollständig auf westliche Rüstungslieferanten stützen zu müssen. Malaysia sucht seit Jahren nach einem neuen Mehrzweckkampfjet für die heimische Luftwaffe.
Seit einiger Zeit gibt es Gerüchte darüber, dass Malaysia der nächste Exportkunde für die Su-57E werden könnte. Algerien ist bislang der einzige ausländische Betreiber des Stealth-Jets. Interesse gäbe aus verschiedenen Ländern, jedenfalls laut Hersteller. In echte Verträge verwandelt hat sich das bisher nicht.
Der Verteidigungsminister Malaysias, Mohamed Khaled Nordin, hatte im vergangenen Jahr angekündigt, man wolle die heimische Luftwaffe langfristig auf Tarnkappenjets der fünften Generation umstellen. Die Auswahl für dieses Unterfangen ist durchaus begrenzt.
Infrage kommen eigentlich nur die amerikanische F-35 und die russische Su-57E, eventuell noch die J-35A aus China. Nordin sprach damals auch davon, Rafale in Betracht zu ziehen, auch wenn die Kampfflugzeuge von Dassault keine Tarnkappenjets sind.
Noch keine Kaufentscheidung
Ende April präsentierte Russland seine Su-57E auf der Defence Services Asia (DSA) in Kuala Lumpur. Trotz der Bemühungen hat Malaysia bislang nicht zugeschlagen. Die Erfahrungen des Landes mit russischen Jets sind eher ernüchternd. Nach der Su-30MKM-Bestellung 2003 kämpfte die Luftwaffe jahrelang mit Ersatzteilmangel.
Zeitweise waren fast alle der 18 Maschinen gegroundet. Ein kostspieliges Modernisierungsprogramm war notwendig, in dessen Zuge das letzte Exemplar erst im Januar 2025 fertiggestellt wurde. Für die laufende Wartung kooperiert Kuala Lumpur inzwischen mit Indien.
Neben den russischen Flugzeugen nutzt die Luftwaffe auch acht F/A-18D Hornet aus den USA und die leichten Hawk 208. Die Hawks werden allerdings bald durch südkoreanische KAI FA-50 ersetzt. Die erste der 18 Maschinen soll in diesem Jahr in Malaysia ankommen.
Vor diesem Hintergrund könnte für Malaysia der neue südkoreanische Kampfjet KF-21 Boramae fast interessanter sein als die russische Su-57E.





