Hier startet die erste Boeing 777-9 für Lufthansa: 7 Jahre zu spät

Sieben Jahre zu spät
Hier startet die erste Boeing 777-9 für Lufthansa

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.05.2026
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Deutschlands Flag Carrier Lufthansa muss vermutlich nicht mehr allzu lange auf seine erste Boeing 777-9 warten. Ursprünglich hätte das größte zweistrahlige Flugzeug aller Zeiten bereits 2020 an die Kranich-Airline gehen sollen. Doch das 777X-Programm bei Boeing war von zahlreichen Schwierigkeiten geprägt, weshalb die Übergabe der ersten Maschinen an die Lufthansa nun erst für 2027 auf der Agenda steht.

Immerhin hob am 7. Mai mit der noch komplett grünen 777-9 MSN 60598 die erste neue, exklusiv für Lufthansa bestimmte "Triple Seven" erstmals ab.

Zwar sind die beiden Boeing-Testmaschinen N779XY und N779XZ – beide knapp sechs Jahre alt – laut Lieferplan ebenfalls für Lufthansa vorgesehen. Als erstes Exemplar in der Flotte wird Deutschlands größte Fluggesellschaft aber voraussichtlich jene Maschine erhalten, die am 7. Mai mit der Testkennung N20080 vom Flughafen Paine Field zu ihrem drei Stunden und 27 Minuten währenden Erstflug startete.

Im Gegensatz zu den für die Flugerprobung verwendeten, zukuünftigen Lufthansa-Flugzeugen besitzt die N20080 laut offiziellen Angaben bereits eine fertige, nach Kundenwunsch gefertigte Passagierkabine inklusive Bordunterhaltungssystem.

Die erste Boeing 777-9 für Lufthansa mit fertiger Kabine startet zum Jungfernflug.
Tim Stake (Boeing)

Auslieferung in Sichtweite

Entsprechend will Boeing die neue 777-9 vor ihrer Auslieferung insbesondere für Kabinen- und Konnektivitätstests heranziehen, bevor dann im kommenden Jahr endlich die Übergabe an die Lufthansa ansteht – vorausgesetzt, die US-Luftfahrtbehörde FAA erteilt bis dahin grünes Licht in Gestalt der Musterzulassung für die 777X.

Die erste Boeing 777-9 für Lufthansa mit fertiger Kabine startet zum Jungfernflug.
Tim Stake (Boeing)

777-9 hat "Erwartungen erfüllt"

Lufthansa wird aller Voraussicht nach die Erstbetreiberin des neuen Boeing-Flaggschiffs sein.

Der Jungfernflug der ersten Boeing 777X in Serienkonfiguration verlief dem Hersteller zufolge ohne besondere Vorkommnisse. Die Testpiloten Ted Grady und Jake Miller hätten die Zeit in der Luft primär zur "Überprüfung der Systeme und Strukturen des Flugzeugs" genutzt, ließ Boeing im Nachgang wissen.

An Bord waren demnach neben den Piloten auch die Systemoperatoren Zach Lewis und Joel Conard, die Fluganalysten Cody Bruinsma, Mike Deutsch und Carl Zietz sowie die Ingenieure Ben Wolter und Scott Dailey.

"Das Flugzeug hat unsere Erwartungen erfüllt", bilanzierte Kapitän Grady, zugleich Boeing-Chefpilot für die 777 und 777X. Die 777-9 fliege sich "weiterhin hervorragend", so Grady weiter. "Vielen Dank an alle, die an der Vorbereitung des Flugzeugs für diesen Flug und die nächste Testphase mitgewirkt haben."

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Flug über Washington State

Der Jungfernflug am 7. Mai führte die N20080 nach dem Start auf der Piste 16R des Flughafens Paine Field zunächst nach Westen bis an die Pazifikküste, dort im Anschluss südlich der Küstenlinie entlang bis zur Bucht von Willapa und von dort in die südöstliche Ecke des Bundesstaats Washington. Um 16:52 Uhr Ortszeit setzte die 777-9, die mit der Flugnummer BOE 128 unterwegs war, wieder sicher in Paine Field auf.

Lufthansa

Lufthansa will "Flugerlebnis neu definieren"

Bei Lufthansa soll die neue "Triple Seven" voraussichtlich das Kennzeichen D-ABTG erhalten und nach Angaben von Lufthansa Airlines-Geschäftsführer Jens Ritter im Frühjahr 2027 ihren Dienst antreten. Einem im kommerziellen Einsatz, werde die 777-9 "mit unserer hochmodernen Lufthansa Allegris-Kabine das Flugerlebnis neu definieren", ist sich Ritter sicher.

Zuvor aber muss die künftige D-ABTG bei Boeing weitere Tests am Boden und in der Luft durchlaufen.