Siegesparade in Moskau: KI-generierte Su-30 und MiG-29 statt echter Kampfjets?

Siegesparade in Moskau
KI-generierte Su-35 und MiG-29 statt echter Kampfjets?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.05.2026
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Den Abschluss der Paradeformation bildeten Su-25-Kampfflugzeuge.
Foto: OAK

In Moskau fand wie jedes Jahr am 9. Mai die Parade zum Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg statt. Dieses Jahr gab es jedoch nur ein abgespecktes Programm mit weniger Militärmaterial. Unter anderem fuhren zum 81. Jahrestag keine Panzer über den Roten Platz.

Der Überflug der russischen Kunstflugstaffeln "Russische Ritter" und "Strischi" (Mauersegler) fand dagegen wie gewohnt statt – oder nicht?

Fragwürdige Nahaufnahmen

Zum Abschluss der Veranstaltung flogen Kampfflugzeuge über den Roten Platz. Den Abschluss bildeten Su-25, die die Farben der russischen Flagge in den Himmel sprühten und damit die Parade beendeten.

Während der Übertragung der Veranstaltung war eine Formation aus fünf Su-30SM der "Russischen Ritter" und vier MiG-29 der "Strischi" zu sehen. Das Bild wechselte in eine computergenerierte Innenperspektive, die einen Flug mitten durch den Verband simulierte.

Nutzer in sozialen Netzwerken warfen schnell Fragen über die Echtheit des Videos auf. Tatsächlich sahen die Aufnahmen teilweise wenig realistisch aus. Es sind spektakuläre Nahaufnahmen der Kampfflugzeuge. Von einem Begleitflugzeug war aus einer anderen Perspektive allerdings keine Spur zu sehen.

Sobald die sechs Su-25 zu sehen sind, die die Parade abschließen, gibt es wieder zweifelsfrei echte Aufnahmen. Statt der dramatischen Nahaufnahmen ist hier die Kamera fest an einer der Maschinen montiert.

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Nicht das erste Mal mit technischer Hilfe

Es wäre nicht das erste Mal, dass die russischen Staatsmedien während der Parade zu digitalen Hilfsmitteln griffen. Vor fünf Jahren gab es bei der Siegesparade ähnliche Vorwürfe. Damals ging es um Suchoi Su‑57. Analysten kamen zu dem Schluss, dass der Livestream wirklich kein echter Livestream war.

Die Nahaufnahmen der Kampfjets waren laut Analysten computergeneriert. Das Wetter im Video passte nicht zum Wetter in Moskau und auch die Lackierung der Maschinen war eine andere. Im Vorjahr, 2020, waren bereits einige nicht-echte Bilder gezeigt worden.

Wahrscheinlich war bei den Videos in diesem Jahr, wie vor fünf Jahren auch, CGI im Spiel. Eindeutig feststellen lässt sich das nur schwer. Stattgefunden hat der Überflug aber auf jeden Fall.

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Keine unterschwellige Botschaft an den Westen

Neben den Spekulationen um die Echtheit der Videos erregten auch die Flaggen auf einem der Kampfjets Aufmerksamkeit. Flaggen verschiedener Länder lassen sich unterhalb des Cockpits einer der Su-30SM erkennen, darunter auch die deutsche.

Eine unterschwellige Botschaft oder eine Anspielung auf politische Gegner Russlands ist das jedoch nicht. Die Flaggen sind seit Jahren Teil des Designs der "Russischen Ritter".

Suchoi Su-35 Russian Knights Lima 2025
Patrick Hoeveler

Wenig los in Moskau

Gezeigt wurden in der Luft insgesamt nur die Kunstflugstaffeln der "Russischen Ritter" und der "Strischi" sowie die Su‑25‑Formation. Im Vergleich zu früheren Paraden fiel das Luftprogramm damit erheblich schmaler aus.

Vielleicht sollten die computergenerierten Bilder einfach die Luftshow aufwerten. Russische Staatsmedien veröffentlichten Videos von der Parade ohne den Hinweis auf CGI.

Der Grund für die stark reduzierte Veranstaltung waren erhöhte Sicherheitsbedenken, jedenfalls offiziell. Im Vorfeld hatten russische Behörden umfangreiche Maßnahmen gegen mögliche ukrainische Drohnenangriffe ergriffen. Zwischenfälle während der Veranstaltung gab es keine.

Der Einsatz des Militärmaterials in der Ukraine dürfte allerdings den größeren Ausschlag für die kleinere Parade gegeben haben.