Die MD-11F fliegt wieder: Dreistrahler-Rückkehr nach Flugverbot

Nach sechs Monaten Flugverbot
Die MD-11F fliegt wieder - im Einsatz für FedEx

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.05.2026
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Als erste MD-11 seit Anfang November 2025 durfte die FedEx-Maschine N621FE am Samstagabend in Memphis (Tennessee) wieder Luft unter den Flügeln spüren. Um 17:39 Uhr Ortszeit startete der 27 Jahre alte Dreistrahler, der seine gesamte Karriere seit der Auslieferung 1999 bei FedEx verbrachte, zu einem ersten Testflug. Eine Stunde und 15 Minuten war die MD-11F mit der Flugnummer FX9045 in der Luft und landete anschließend wieder am Ausgangsflughafen Memphis, wo der Logistikkonzern sein zentrales Drehkreuz unterhält.

Nur rund 21 Stunden später schickte FedEx die N621FE auf ihre kommerzielle Comeback-Reise: In einer Flugzeit von einer Stunde und 47 Minuten ging es unter der Flugnummer FX985 von Memphis nach Miami, wo der MD-11-Frachter um 19:08 Uhr Ortszeit sicher aufsetzte.

Damit war die Boeing MD-11F ab sofort offiziell zurück im Geschäft – und mit der Schwestermaschine N521FE schickte FedEx am 10. Mai direkt noch eine zweite MD-11 auf einen regulären Einsatz. Unter der Flugnummer FX980 ging es für das 33 Jahre alte Flugzeug, das seine Laufbahn Ende 1992 als Passagierjet bei Delta Air Lines begann, in drei Stunden und 21 Minuten von Memphis nach Los Angeles. Vorangegangen war auch hier ein gut einstündiger Testflug.

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Inspektionen und Reparatur

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte, als Reaktion auf den Absturz einer MD-11F von UPS Airlines am 4. November 2025 in Louisville (Kentucky) alle Exemplare des Typs und jene des Vorgängermusters DC-10 mit Flugverbot belegt. Erste Untersuchungen der Unfallermittler vom NTSB (National Transportation Safety Board) hatten ergeben, dass der fatale Absturz wohl auf den Bruch des hinteren Aufhängepunkts am linken Triebwerkspylon zurückging – eine Ermüdungserscheinung, für die laut NTSB auch alle anderen aktiven MD-11 (und DC-10) anfällig sind.

Während UPS die Tragödie von Louisville mit 15 Toten zum Anlass nahm, den sofortigen Abschied von der MD-11-Flotte zu verkünden, sprach sich Mitbewerber FedEx bereits früh dafür aus, an dem großen Trijet festhalten zu wollen. Gemeinsam mit der FAA arbeitete der Paketriese an einem Comeback-Plan, in dessen Zentrum ausgiebige Inspektionen und Reparaturarbeiten der betreffenden Pylon-Komponenten standen.

Patrick Zwerger

Flugsicherheit im Fokus

FedEx-Betriebsleiter Richard Smith betonte Anfang des Jahres: "Sicherheit hat bei FedEx höchste Priorität. Wir arbeiten weiterhin mit Boeing und der FAA zusammen, um alle erforderlichen Inspektionen und Wartungsarbeiten durchzuführen, die notwendig sein könnten, um unsere MD-11-Flugzeuge sicher wieder in Betrieb zu nehmen."

Diesen sicheren Betrieb der MD-11F sehen sowohl FedEx als auch die FAA nun offensichtlich als gewährleistet an. Schon rund eine Woche vor der Wiederaufnahme der Flüge hatte Smith erklärt, die MD-11F seien wieder startbereit.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass FedEx zukünftig der einzige Nutzer des von McDonnell Douglas entwickelten Trijets bleibt. Neben UPS (22 Exemplare) und FedEx (29) war die MD-11F bereits vor dem Crash von Louisville nur noch bei Western Global Airlines (15 Maschinen) im Einsatz. Dort hat man sich zum Schicksal der Teilflotte allerdings bislang nicht geäußert.