F-14 Tomcat soll wieder fliegen: Comeback in den USA für die Top Gun-Legende

Comeback für die Tomcat
Die USA wollen wieder eine F-14 fliegen lassen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.05.2026
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Die F-14 Tomcat ist eine Legende. Spätestens seit dem Hollywood-Film "Top Gun" von 1986 war der Träger-Kampfjet der US Navy auf dem ganzen Globus bekannt wie ein bunter Hund. Auch nach der Ausmusterung der F-14 bei der Navy im Jahr 2006 hallte ihr Ruf lange nach. Fliegen allerdings durfte die Tomcat in den USA seitdem nicht mehr. Auch Museen erhielten kaum Zugang zu den pensionierten Kampfjets. Die US-Regierung zog es vor, das Gros der Tomcat-Flotte auszuschlachten und in der Wüste einzulagern. Damit wollte man verhindern, dass der Iran, der die F-14 seit den Zeiten des Schahs von Persien ebenfalls nutzte, in den Besitz wertvoller Ersatzteile gelangte.

Nun aber könnte ein neues Gesetz der legendären Tomcat in ihrem Heimatland endlich doch den Weg zu einem Comeback am Himmel ebnen. Dem US-Kongress liegt der sogenannte "Maverick Act" zur Abstimmung vor, angelehnt an den von Tom Cruise gespielten "Top Gun"-Filmhelden, den F-14-Piloten Pete "Maverick" Mitchell. Eingereicht wurde der Entwurf vom republikanischen Senator Tim Sheehy aus Montana, sein demokratischer Kollege Mark Kelly, ein ehemaliger Astronaut aus Arizona, fungiert als Mitunterzeichner.

US Navy

Erste Abstimmung gewonnen

Der "Maverick Act" sieht vor, drei F-14D der US Navy an die U.S. Space and Rocket Center Commission in Huntsville (Alabama) zu übergeben. Dem Gesetzestext nach handelt es sich um die Tomcats mit den Seriennummern 164341, 164602 und 159437. Eine der drei soll, wenn möglich, wieder flugfähig gemacht werden.

Die erste formale Hürde hat der "Maverick Act" bereits genommen. Der US-Senat verabschiedete den Entwurf am 28. April einstimmig. Nun muss er juristisch gesehen "nur" noch die Abstimmung im Repräsentantenhaus gewinnen, dann dürfte der Marineminister die Übergabe der drei Tomcats samt der für die Reaktivierung einer der Maschinen nötigen Ersatzteile aus dem Marinebestand an das U.S. Space and Rocket Center genehmigen. 20 Jahre nach der Außerdienststellung des Musters bei der US Navy stünde damit rechtlich der Weg frei, wieder eine F-14 in die Luft zu bringen.

Technisch und finanziell herausfordernd

Ob dieses große Ziel auch tatsächlich erreichbar ist, steht auf einem anderen Blatt. Ausdrücklich wird im "Maverick Act" alternativ auch die "statische Ausstellung" der F-14D erwogen, sollte die Wiederherstellung der Flugtüchtigkeit nicht darstellbar sein. Die Navy soll nach Wortlaut des Gesetzestexts ausdrücklich nicht verpflichtet sein, "den Zustand des Flugzeugs vor der Übertragung des Eigentums zu reparieren oder zu verändern", werde aber alle Wartungs- und Betriebshandbücher sowie überschüssige Ersatzteile bereitstellen, um eine Restaurierung zu ermöglichen. Die Verantwortung dafü liegt laut "Maverick Act" allein bei der U.S. Space and Rocket Center Commission.

So oder so müsse gewährleistet sein, dass die Tomcat keinerlei militärische Fähigkeiten mehr besitze. Ein angedachter Flugbetrieb könne überdies nur nach den Regularien der US-Luftfahrtbehörde FAA erfolgen.

Um diesen Aspekt zu gewährleisten, kann der Marineminister die Commission laut Gesetzesentwurf "dazu ermächtigen, Vereinbarungen mit qualifizierten gemeinnützigen Organisationen abzuschließen, um das übergebene Flugzeug für öffentliche Ausstellungen, Flugshows und Gedenkveranstaltungen zur Bewahrung des maritimen Luftfahrterbes zu restaurieren und zu betreiben."

USAF-Tabor

Wer soll die Tomcat fliegen?

Kommentatoren im Netz bringen als "qualifizierte Organisation" für den Betrieb einer fliegenden F-14D bereits den derzeitigen NASA-Chef Jared Isaacman und dessen privat betriebene Polaris Ghost Squadron ins Gespräch. Zu dieser zählen unter anderem eine Mikojan MiG-29UB sowie mehrere Aero L-39 Albatros und Dassault-Dornier Alpha Jet.

Isaacman besitzt als erfahrener Pilot (und Astronaut) mit über 7000 Flugstunden im Logbuch die Musterberechtigung für die genannten sowie einige weitere Kampfjet-Muster. Ein Tomcat-Rating würde diese Liste durchaus stimmig ergänzen. Geäußert hat sich aus Isaacmans Umfeld zum "Maverick Act" und seinen Hintergründen bislang jedoch noch niemand.

Fazit