Milliardenauftrag für GlobalEye aus „dem Nahen Osten“: Katar, VAE, Saudi-Arabien?

Katar, VAE, Saudi-Arabien?
Milliardenauftrag für GlobalEye aus „dem Nahen Osten“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.07.2026
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Milliardenauftrag für GlobalEye aus „dem Nahen Osten“
Foto: Saab

Ein Land "aus der Nahost-Region" hat zwei Exemplare des luftgestützten Frühwarn- und Kontrollsystems bestellt. Der Auftragswert liegt bei 10,1 Milliarden schwedischen Kronen. Umgerechnet sind das rund 900 Millionen Euro. In vier Jahren sollen die zwei Maschinen ausgeliefert werden.

Anonymer Kunde

Weder das Käuferland noch weitere Details zum Geschäft werden genannt. Als Begründung verweist das Unternehmen auf die Sensibilität der Branche sowie auf nationale Sicherheitsinteressen des Kunden.

Bei Verteidigungsgeschäften, gerade in Asien, ist das nicht unüblich. Allerdings verfahren einige Golfstaaten offener als andere.

Angepriesen haben die Schweden ihre Plattform offiziell sowohl in Katar als auch in Saudi-Arabien. Im vergangenen Jahr bestätigte der Konzern Interesse aus beiden Ländern. Ein Kauf durch einen anderen Golfstaat ist selbstverständlich auch möglich. Anhaltspunkte zu konkreten Gesprächen gibt es jedoch in diesen Fällen nicht.

Katar ist grundsätzlich verschwiegen; Saudi-Arabien etwas weniger, wenn es um Käufe von europäischen Ländern geht. Käufe von sanktionierten Staaten werden historisch diskreter behandelt. Möglich ist aber auch, dass das Land seine Frühwarnkapazitäten nicht offen kommunizieren möchte.

Angesichts der iranischen Schläge gegen Ölinfrastruktur und US-Stützpunkte in einigen Ländern der arabischen Halbinsel ist der Bedarf an erneuerten AWACS-Kapazitäten groß. Saudi-Arabien betreibt bereits zwei Erieye von Saab, neben einigen alten E-3A Sentry. Dass das Königreich sich wieder für Saab entscheidet, wäre dementsprechend keine Überraschung.

Ein Frühwarnsystem besitzt Katar beispielsweise gar nicht und könnte nun eigene Kapazitäten aufbauen wollen, um nicht mehr auf die USA angewiesen zu sein. An nötigen Finanzmitteln mangelt es in keinem Fall.

Die Vereinigten Arabischen Emirate betreiben bereits eine GlobalEye-Flotte. Fünf Maschinen sind dort im Einsatz. Die letzte wurde 2024 ausgeliefert. Eine Aufstockung wäre denkbar, aber für ein kleines Land, wie die Emirate eher unwahrscheinlich.

NATO-AWACS

Anfang Juli hatte NATO-Generalsekretär Mark Rutte auf dem Bündnisgipfel in Ankara offizielle Verhandlungen über die Beschaffung von bis zu zehn GlobalEye-Maschinen als Nachfolger für die in die Jahre gekommene E-3 Sentry angekündigt.

Einen unterschriebenen Vertrag gibt es zwar noch nicht, die Verhandlungsführung liegt künftig bei der NATO Support and Procurement Agency – doch Saab-Chef Micael Johansson zeigte sich überzeugt, GlobalEye biete "bewährte Leistungsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und langfristige operative Vorteile".