Nach Überschall-Rekord - Privatfirma bekommt Millionenauftrag vom US-Kriegsministerium

Nach privatem Überschallerfolg
Hermeus erhält Millionenauftrag von US-Militär

ArtikeldatumVeröffentlicht am 01.06.2026
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Bereits am 26. Mai hatte das US-Unternehmen mitgeteilt, dass die Quarterhorse Mk 2.1 erstmals Überschallgeschwindigkeit erreicht hat. Beim dritten Flug vom Space Port America in New Mexico flog das unbemannte Fluggerät Mach 1.21. Der Test erfolgte über der White Sands Missile Range. Dies war noch keiner anderen, privat entwickelten Maschine ihre Klasse gelungen. Die Premiere erfolgte nur weniger als drei Monate nach dem Erstflug.

Die Quarterhorse Mk 2.1 ist in der Größenklasse der F-16 Fighting Falcon angesiedelt und stellte einen weiteren Schritt von Hermeus in Richtung Hyperschall dar. Sie wird von einem F100-Kampfjettriebwerk von Pratt & Whitney angetrieben. Nach der Mk 2.1 kommt die Mk 2.2, die sich bereits im Bau befindet. Sie könnte zum schnellsten unbemannten Flugzeug der Welt werden. Dazu tragen ein spezieller Lufteinlauf und ein Zwischenkühler im Triebwerk bei, die bei der 2.1-Ausführung noch fehlen.

Mach 4 im Visier

Hermeus plant die Verwendung des Chimera-Antriebs, der als so genanntes TBCC-Triebwerk (Turbine Based Combined Cycle) einen konventionellen Turbofan mit dem Staustrahl-Prinzip kombiniert. Die Technologie bildet dann den Grundstock für die Quarterhorse Mk 3. Sie könnte in den Geschwindigkeitsbereich von Mach 4 vorstoßen. Laut Aussage von Hermeus soll sie bald folgen.

Vertrag vom Kriegsministerium

Kurz nach dem Rekordflug erhielt die Firma einen Auftrag vom US Department of War. Die Defense Innovation Unit (DIU) erhöhte den bestehenden Vertrag um 159 Millionen auf 219 Millionen Dollar. Zusammen mit der US Air Force und der US Navy soll Hermeus Tests durchführen, bei denen unbemannte Fluggeräte in großen Höhen und bei Überschall-Geschwindigkeit Außenlasten abwerfen. "Bei diesem Programm geht es darum, die Hochgeschwindigkeitsfähigkeiten aus dem Labor in eine einsatzrelevante Umgebung zu übertragen", sagte AJ Piplica, CEO und Mitbegründer von Hermeus.

Im Rahmen der Erweiterung wird Hermeus laut Piplica 2026 und 2027 eine Serie von intensiven Testflügen durchführen. "Indem wir flugbereite Flugzeuge bereitstellen und den Abwurf von Nutzlasten bei hoher Geschwindigkeit demonstrieren, werden wir beweisen, dass diese Technologie innerhalb eines entscheidenden Zeitrahmens einen entscheidenden militärischen Vorteil schaffen kann. Unser Fokus liegt darauf, der Air Force und der Navy die validierten Daten zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen, um diese Plattformen in die Streitkräfte der Zukunft zu integrieren."