Südkorea plant, die Pensionierung seiner alternden KF-5-Kampfjets bis Ende nächsten Jahres zu beschleunigen, erklärte der Stabschef der Luftwaffe. Das Land bereitet sich auf die Einführung seines ersten im Inland entwickelten Kampfjets vor.
"Wir werden die F-5 zügig ausmustern", sagte General Song Seok-rak, Stabschef der Luftwaffe, am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz in Seongnam. Ende nächsten Jahres werden die Jagdflugzeuge demnach außer Dienst gehen.
Die F-5 ist ein leichter Kampfjet des US-amerikanischen Flugzeugherstellers Northrop. Südkorea beschaffte die F-5A/B erstmals 1965 und führte in den 1970er-Jahren die Variante F-5E Tiger II ein. Seit 1987 sind nur noch die Tiger II im Dienst.
Gegenüber dem Vorgänger wies die Maschine zwei stärkere Triebwerke auf, nämlich die General Electric J85-21, einen verlängerten Rumpf mit höherem Treibstoffvorrat und verbesserte Manövrierfähigkeit. Die Variante kam auch erstmals mit Bordradar. Südkorea stellte die Maschinen sogar in Lizenz her. Aktuell fliegt das Muster nur noch beim 10. Geschwader in Suwon.
Eigenentwicklung statt Auslandskauf
Südkorea füllt die Lücke in der Luftflotte mit einheimisch entwickelten und gefertigten Kampfflugzeugen. Die operative Einführung der KF-21, entwickelt von Korea Aerospace Industries (KAI), rückt näher.
Der Erstflug der KF-21 fand im Juli 2022 statt, die endgültige Bestätigung der Einsatzbereitschaft erfolgte Anfang dieses Monats, und die Auslieferung erster Exemplare an die Luftwaffe ist für die zweite Jahreshälfte geplant.

Rund 50 Jahre waren die F-5E Tiger II in Südkorea im Dienst.
Die eigenen Kampfjets bieten den Vorteil, dass sie Entwicklung und Tests eigener Waffensysteme ermöglichen, strategische Unabhängigkeit bieten und gleichzeitig die südkoreanische Industrie stärken.
Exportpotenzial gibt es für den Jet der "Generation 4.5" auch, zumindest in der Theorie. Einen ersten ausländischen Kunden hat KAI allerdings noch nicht gefunden. Gespräche laufen derzeit unter anderem mit Malaysia, Polen und den Philippinen.

Ein vollwertiger Stealthjet ist die KF-21 nicht, weil die internen Waffenschächte fehlen.
Indonesien wird den Jet wohl als erster Auslandskunde erwerben. Mit dem Land gab es eine Entwicklungspartnerschaft, die allerdings wegen Zahlungsschwierigkeiten mehrfach neu strukturiert werden musste. Statt fast 50 Maschinen will Indonesien deshalb nur noch 16 kaufen.
Potenziell kann KAI bis zu 20 KF-21 pro Jahr fertigen. Das Unternehmen könnte die Produktion mit zusätzlichen Investitionen nach eigener Aussage auch auf 30 oder sogar 40 Maschinen steigern.





