T-7A Red Hawk darf in Serie gehen: Neuer US-Trainingsjet hat grünes Licht

T-7A Red Hawk darf in Serie gehen
Grünes Licht für neuen Air-Force-Trainingsjet

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.05.2026
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Eine T-7A Red Hawk landet nach einem Flug auf der Joint Base San Antonio-Randolph am 23. April 2026.
Foto: U.S. Air Force/Bryce Bennett

Die US Air Force hat ihren nächsten Ausbildungsjet offiziell zur Produktion freigegeben. Das Verteidigungsministerium erteilte die sogenannte Milestone-C-Zulassung für die T-7A Red Hawk. Damit kann der neue Trainer in die Fertigung gehen.

Boeing erhält dafür zunächst einen Auftrag über 219 Millionen Dollar, der 14 Maschinen, Ersatzteile, Bodenausrüstung und Ausbildungsleistungen umfasst.

Phased Production statt Vollanforderung auf einen Schlag

Statt einen großen Produktionsauftrag zu erteilen, will die Luftwaffe die ersten drei Fertigungslose einzeln genehmigen. So sollen Erkenntnisse aus laufenden Tests in jede weitere Bestellung einfließen, bevor größere finanzielle Verpflichtungen eingegangen werden. Das Gesamtprogramm sieht die Lieferung von 351 Flugzeugen sowie 46 Bodensimulationsanlagen an fünf Stützpunkte des Air Education and Training Command vor – verteilt über zehn Jahre.

Erster Jet bereits in San Antonio

Ein erstes Exemplar ist bereits beim Ausbildungskommando angekommen. Im Dezember 2025 landete die Maschine auf der Joint Base San Antonio-Randolph in Texas. Die Anlaufphase nutzt die Luftwaffe, um eine erste Gruppe von Ausbildern und Technikern mit dem neuen Flugzeug vertraut zu machen, bevor der reguläre Lehrbetrieb beginnt. Die volle Einsatzbereitschaft soll 2027 erreicht sein.

Die Red Hawk ist das erste Flugzeug der Teilstreitkraft, das vollständig digital konstruiert und gefertigt wurde. Das Verfahren soll Entwicklung, Produktion und spätere Wartung effizienter machen.

Massive Probleme in der Entwicklung

In der Entwicklungsphase gab es erhebliche Rückschläge. Erst im vergangenen Jahr griffen Air Force, Ausbildungskommando und Boeing zu einer engeren gemeinsamen Steuerung des Projekts, um aufgelaufene Probleme zu beseitigen.

Die T-7A soll ab 2027 die alternden T-38 Talon-Schulflugzeuge des Air Education and Training Command ersetzen.
U.S. Air Force/Sean Worrell

Dass diese Zusammenarbeit nun Früchte trägt, betonte William Bailey, kommissarischer Staatssekretär für Beschaffung im Luftwaffenministerium. Die beteiligten Teams hätten "komplexe technische Hürden" überwunden, erklärte er.

Zulieferer Collins Aerospace kämpfte jahrelang mit dem neuen Schleudersitz, dessen Anforderungen die US Air Force nachträglich verschärft hatte. Tests förderten gefährliche Mängel zutage: problematische Wirbelsäulenbelastungen, Verletzungsrisiken durch Glassplitter und eine erhöhte Gefährdung leichterer Piloten. Dazu kamen Softwareprobleme bei der Flugsteuerung. Boeing trug als Festpreisauftragnehmer das gesamte finanzielle Risiko und schrieb wegen des Projekts vor einigen Jahren über eine Milliarde Dollar ab.

Ersatz nach 60 Jahren Dienst

Bei der Air Force soll die T-7A die T-38 Talon von Northrop ersetzen. Der Jet ist seit den frühen 1960er-Jahren im Dienst und damit einer der ältesten noch aktiv genutzten Strahltrainer der Welt. Rund 50.000 Militärpiloten aus aller Welt haben auf ihm das Fliegen gelernt.

Dass die Maschine überhaupt noch im Einsatz ist, verdankt sich einem kontinuierlichen Modernisierungsprogramm. Aufgerüstete Triebwerke, verstärkte Strukturen und zuletzt neue Schleudersitze gab es für den alten Trainer. Die strukturellen Eingriffe der jüngsten Runde verlängerten die zugelassene Lebensdauer einzelner Exemplare auf 20.000 Flugstunden.

Der neue Jet soll Flugschülern eine deutlich realistischere Trainingsumgebung bieten und sie besser auf das Fliegen von Kampfjets der vierten, fünften und künftigen sechsten Generation vorbereiten.