in Kooperation mit
Leonardo
8 Bilder

Tempest-Testträger: Eine Boeing 757 namens „Excalibur“

Tempest-Testträger Eine Boeing 757 namens „Excalibur“

Einst flog sie für TUI britische Touristen in die Sonne, bald soll sie dem neuen Kampfjet Tempest als Geburtshelfer dienen: Rüstungskonzern Leonardo baut eine ausgemusterte Boeing 757-200 zum Testflugzeug um – und gibt ihr einen sagenumwobenen Namen.

Excalibur, das Schwert des großen Sagenkönigs Artus, ruht seit dessen Tod am Grund des Dozmary Pool, einem See im Süden Englands. So sagt es die Legende. Doch schon bald wird Excalibur als Flugzeug wieder emporsteigen – und dieses Mal in ungeahnte Höhen klettern. Denn der italienische Rüstungskonzern Leonardo lässt bei seiner britischen Tochterfirma 2Excel gerade eine 26 Jahre alte Boeing 757-200 zum fliegenden Labor umrüsten. Damit wollen Leonardo und Projektpartner BAE Systems Technologien für das künftige Kampfflugzeug Tempest erproben.

BAE Systems
Der Zukunfts-Fighter "Tempest" soll möglichst ab 2035 den Eurofighter bei der Royal Air Force ablösen.

Tests in "realer Umgebung"

Excalibur, so der Name des Projekts, soll im Flug "die reale Umgebung bereitstellen", um die Elektronik des Zukunfts-Fighters im Flug zu testen und damit ab einem gewissen Stadium den "Digital-first"-Ansatz ergänzen, den die Projektpartner bei der Tempest-Entwicklung schwerpunktmäßig verfolgen. Darüber hinaus will Leonardo Excalibur auch anderen britischen sowie internationalen Flugtestprogrammen zur Verfügung stellen, heißt es aus Italien. In den kommenden zwölf Monaten soll die Boeing 757 in der Werft von 2Excel in Lasham auf ihre neue Aufgabe vorbereitet werden. Zu den installierten Testystemen zählen laut Leonardo ein "repräsentatives Cockpit" in der Passagierkabine, sowie diverse Instrumente und Sensoren. Außerdem wird Excalibur einen neu geformten Bug erhalten, der weitgehend jenem des geplanten Tempest-Kampfjets entsprechen soll.

Aero Icarus (CC BY-SA 2.0)
Die 757 startete 1995 als G-BYAW bei Britannia. Für das Tempest-Projekt bietet sie bis zu 28 Tonnen Nutzlast, eine Dienstgipfelhöhe von 42.000 Fuß und acht Stunden Flugzeit.

Früher Touris, demnächst Tempest

Die 1995 gebaute 757, die künftig als Excalibur operiert, war bis vor knapp zwei Jahren noch in ganz anderen Gefilden unterwegs: Ausgeliefert unter der Seriennummer MSN 27234 flog der Zweistrahler als G-BYAW zunächst für Britannia Airways, später für deren Nachfolgerin Thomson und schließlich für TUI Airways sonnenhungrige Briten in die Tourismushochburgen Südeuropas. Auch für winterliche Skicharter nach Österreich kam die 757 zum Einsatz. Im Herbst 2019 ging sie bei TUI Airways in den Ruhestand. Seit dem 11. November 2019 steht sie eingelagert in Lasham, wo sie nun als Excalibur zu ihrer neuen Karriere antritt.