Eigentlich sollte die MQ-25A Stingray schon seit vergangenem Jahr fliegen, aber Verzögerungen aufgrund zusätzlicher Erprobungen machten diesem Plan einen Strich durch die Rechnung. Nun hat das Programm einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Erstflug gemacht. Auf dem MidAmerica Airport bei St. Louis begannen am 29. Januar die Rollversuche des unbemannten Tankflugzeugs in der Serienkonfiguration. Dabei kam eine noch unlackierte Maschine zum Einsatz. Auch die Marine-Einheiten VX-23 (Air Test and Evaluation Squadron 23) und UX-24 (Air Test and Evaluation Squadron 24) beteiligten sich an dem Test.
Einen ersten Prototyp hatte Boeing bereits Anfang 2024 an die US Navy übergeben. Die MQ-25 soll die Boeing F/A-18E/F Super Hornet als Tanker ersetzen, um die bemannten Jets für andere Missionen verfügbar zu machen. Dazu besitzt die Stingray einen Betankungsbehälter unter der Tragfläche und interne Tanks für rund 6,8 Tonnen Kerosin. Ein Demonstrator mit der Bezeichnung T1 hatte bereits während des Erprobungsprogramms 2021 die Muster Super Hornet, F-35C und E-2 Hawkeye in der Luft betankt.
Zweitrolle als Aufklärer
Die US Navy will rund 70 Exemplare des unbemannten Fluggeräts beschaffen, das in einer Zweitrolle auch zu Aufklärungszwecken zum Einsatz kommen soll. Dazu verfügt die Maschine unter anderem über elektrooptische Sensoren in einem ausfahrbaren Turm unter dem Bug. Den ersten Auftrag über zunächst vier Testflugzeuge hatte Boeing im Sommer 2018 erhalten. Damals war eine anfängliche Einsatzbereitschaft im Jahr 2024 vorgesehen.

Als erste unbemanntes Flugzeug hat die MQ-25 (T1) ein anderes Muster in der Luft betankt.
Die MQ-25A ist 15,5 Meter lang und besitzt eine Spannweite von 22,9 Metern. Die Flügel lassen sich für den Flugzeugträgereinsatz hochklappen. Als Antrieb kommt ein Rolls-Royce AE 3007N zum Einsatz. Der T1-Demonstrator war am 19. September 2019 zu seinem Erstflug gestartet.





