Gesucht wird Industrie-Input für die Ausbaustufe des sogenannten "Collaborative Combat Aircraft"-Programms (CCA). Unternehmen haben bis zum 18. September Zeit, ihr Interesse zu bekunden.
Drohnen für Trägerverbände
Die Trägergruppen verfügen laut der Anfrage derzeit nicht über genug eigene Kampfkraft, um in stark umkämpften Gebieten selbstständig die Kontrolle über See- und Luftraum zu erringen.
Bemannte Kampfjets seien in solchen Umgebungen zunehmend gefährdet. Außerdem dauere der Ersatz verlorener bemannter Flugzeuge zu lange und sei zu teuer, um im Ernstfall größere Verluste auszugleichen.
Unbemannte Flugzeuge sollen diese Lücke schließen, indem sie zusätzliche Reichweite und Schlagkraft liefern, ohne dass dafür Piloten in Gefahr geraten und im Zweifelsfall weitere Kosten produzieren.
Was die Flugzeuge können müssen
Verlangt werden zwei einsatzfähige Prototypen, die spätestens drei Jahre nach Vertragsabschluss eine landgestützte Zulassung für den Trägereinsatz erreichen sollen.
Die Liste der technischen Vorgaben ist lang. Bei Start und Landung müssen die Flugzeuge per Katapult von den Trägerklassen Gerald R. Ford und Nimitz starten und mit Fanghaken landen können. Das ist Standard für trägergestützte Jets.
Abmessungen und Gewicht müssen zu Aufzügen, Hangars und Decks der Träger passen, wobei der Platzbedarf auf dem Flugdeck den von Jets der vierten Generation nicht übersteigen darf.
Zudem sollen die Flugzeuge möglichst mit der an Bord bereits vorhandenen Ausrüstung auskommen, statt zusätzliche Spezialgeräte nötig zu machen.
Bei der Bewaffnung ist eine austauschbare Waffenzuladung vorgesehen, die wahlweise intern oder extern verbaut werden kann, wobei extern mindestens vier Waffen mit je bis zu 2.500 Pfund mitgeführt werden sollen.
Für die Landetechnik ist die Anbindung an die satellitengestützten Landehilfen JPALS (Joint Precision Approach and Landing System) und LANTERNS (Landing Autonomous Navigation Technology for Enhanced Recovery to Navy Ships) gefordert, ebenso wie die Fähigkeit, sich später in das Kontrollsystem MD-5 UMCS integrieren zu lassen, ohne dabei den laufenden Betrieb der bereits eingeführten Tank-Drohne MQ-25 zu beeinträchtigen.
Bei Reichweite und Tempo sollen die Firmen selbst angeben, welchen Kampfradius ihr Entwurf inklusive Waffenlast, Warteschleife und Reservesprit erreicht, während die Fluggeschwindigkeit mindestens dem üblichen Reisetempo der Trägerluftgruppe entsprechen soll.
Besondere Softwareanforderungen
Die Navy verlangt, dass Bewerber sauber zwischen zwei Ebenen trennen: einer sicherheitskritischen Flugsteuerung, die etwa Start, Flugverlauf und Landung selbstständig übernimmt, und einer missionsbezogenen Steuerungsebene für taktische Aufgaben wie die koordinierte Zusammenarbeit mit bemannten Kampfflugzeugen.
Firmen sollen darlegen, wie sie für die sicherheitskritische Software eine Musterzulassung der Navy erreichen wollen, auch für Zusatzfunktionen, die als sicherheitsrelevant eingestuft werden.
Zudem soll die Software offenen, herstellerübergreifenden Standards folgen, damit sich später auch Steuerungslogik von Drittanbietern einbinden lässt und die Systeme untereinander kompatibel bleiben.
Nur 30 Millionen Dollar pro Maschine
Als Zielmarke für die spätere Serienfertigung nennt die Navy 30 Millionen US-Dollar pro Flugzeug. Bewerber sollen darlegen, wie sich dieses Ziel mit einem tragfähigen Fertigungs- und Lieferkettenkonzept erreichen lässt.
Finanziert werden soll das Projekt über ein Modell, bei dem die beteiligten Firmen selbst einen nennenswerten Kapitalanteil beisteuern, während die Navy im Gegenzug Sachleistungen einbringt. Die kann durch Zugang zu Testinfrastruktur, Laboren und Rückmeldungen aus dem operativen Betrieb erfolgen.





