in Kooperation mit
Embraer
15 Bilder

Embraer schickt die C390 auf die Dreckpiste

Neue Testkampagne Embraer schickt die C390 auf die Dreckpiste

Embraer hat am Firmenstandort Gavião Peixoto damit begonnen, seinen Militärtransporter C390 für unbefestigte Pisten zu zertifizieren. Für die Flugtests zog Embraer eigens eine neue Dreck-Runway in die Wiese – parallel zur fast fünf Kilometer langen Werkslandebahn.

Der Embraer-Flugplatz Unidade Gavião Peixoto im brasilianischen Bundesstaat São Paulo besitzt die längste private Landebahn Amerikas. 4.967 Meter misst die asphaltierte Piste, nebenan werkeln rund 3.000 Angestellte an Flügelsektionen für die Regionalflugzeuge Embraer 190 und 195. Die Business-Jets Phenom 100 und 300 werden hier endmontiert, außerdem der Militärtrainer Super Tucano.

Embraer
Die neue Behelfslandebahn liegt direkt neben der eigentlichen Runway, mitten in einer ebenen Wiesenfläche.

Eine neue Runway in der Wiese

Auch das größte je in Brasilien entwickelte Flugzeug ist in Gavião Peixoto zu Hause: im Februar 2015 rollte hier die erste C390 Millennium aus der Endmontage. Seither verließen sechs weitere Exemplare des Militärtransporters die Werkshallen. Eines davon absolviert in Gavião Peixoto gerade eine Reihe spezieller Flugtests. Allerdings nutzt die C390 dazu nicht die normale Runway. Stattdessen hat Embraer direkt nebenan eigens eine neue, unpräparierte Landebahn angelegt. Sie misst 1.800 Meter und soll dabei helfen, das taktische Einsatzprofil der C390 weiter zu schärfen. Denn bislang ist der Zweistrahler lediglich für den Einsatz auf befestigten Start- und Landebahnen zugelassen. Bald sollen auch Einsätze im "Outback", von behelfsmäßig vorbereiteten Feldflugplätzen offiziell möglich sein.

Embraer
Embraer will mit der Testkampagne bewesien, dass sich die C390 problemlos für taktische Einsätze von unpräparierten Pisten heranziehen lässt.

Schwachpunkt: die Triebwerke

In den nächsten Wochen würden "Bewertungen durchgeführt, um den effektiven Betrieb des Multi-Mission-Flugzeugs zu analysieren", erklärt Embraer zu der Testkampagne. Probleme sollte es dabei eigentlich nicht geben: Die C390 besitzt von Haus Reifen mit vergleichsweise niedrigem Luftdruck (vorn 5,9 bar, hinten 7,2 bar). Das ermöglicht ihr, auch von beschädigten oder unbefestigten Start- und Landebahnen zu operieren. Ein möglicher Schwachpunkt sind jedoch die beiden V2500-Turbofans unter den Tragflächen – sie könnten durch eingesaugte Fremdkörper beschädigt werden. Erste Fotos aus Gavião Peixoto zeigen, wie der verwendete Prototyp der C390 bei Start und Landung auf der neuen "Feld-Runway" ordentlich Staub und Dreck aufwirbelt.