Probleme bei neuer Cruise Missile der USA - B-52H verzögert Testprogramm für Nuklearwaffe

Probleme bei neuer Cruise Missile der USA
B-52H verzögert Testprogramm für Nuklearwaffe

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.07.2026
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Nicht nur die strategische Bomberflotte der USA hat teilweise viele Jahre auf dem Buckel. Die nuklear bestückten Marschflugkörper vom Typ AGM-86B stammen aus den 70er Jahren. Die Entwicklung des Nachfolgers läuft seit 2017. Die neue Cruise Missile stammt von Raytheon und trägt die Bezeichnung AGM-181A LRSO (Long Range Stand Off). Im November 2030 will die US Air Force die anfängliche Einsatzbereitschaft ihres neuen Abstandsflugkörpers erreichen. Ob dieses Ziel haltbar bleibt, scheint derzeit fraglich. Dabei ist der Knackpunkt nicht einmal die Waffe selbst.

Das Problem ist eher die Einsatzbereitschaft des Trägerflugzeugs, um Teststarts durchzuführen. Zu diesem Schluss kommt ein aktueller Bericht des US-Bundesrechnungshofs. Das Government Accountability Office (GAO) bemängelt, dass der "schlechte Klarstand" eines ungenannten "bestehenden" (legacy) Flugzeugs zur Unterstützung der LSRO-Tests die Erprobung bereits um vier Monate verzögert hat. Als Testträger kommt bis dato nur die Boeing B-52H Stratofortress zum Einsatz.

Testprogramm unter Druck

Seit Beginn der Entwicklungsversuche im Oktober 2024 soll es gemäß GAO neun Testflüge gegeben haben. "Seit unserer letzten Bewertung haben die Programmverantwortlichen den Testzeitplan neu ausgerichtet, wodurch weniger Zeit für die Durchführung der 27 verbleibenden Testflüge verbleibt, bevor im September 2027 die Einsatzerprobung beginnt." Details der Versuche sowie technische Details der AGM-181A sind weiterhin geheim. So gibt es auch kein offizielles Bildmaterial der B-52 mit der neuen Cruise Missile. Allerdings hatten mehrfach Fotografen den Bomber bei entsprechenden Einsätzen beobachtet.

AGM- 181 Cruise Missile im Flug (Computergrafik)
US Air Force

B-52 bleibt gefragt

Insgesamt verfügte die US Air Force nur noch über 76 Exemplare der Stratofortress, die insbesondere während des Iran-Kriegs stark gefragt waren. Klarstandsraten von nur rund 50 Prozent setzen die Einsatzplaner schon seit längerem unter Druck. Für reine Testaufgaben sind nur wenige Exemplare vorgesehen. Zu allem Überfluss stürzte am 15. Juni die erste mit dem neuen AESA-Radar ausgestattete Maschine beim Start zu einem Testflug ab, so dass das Inventar jetzt nur noch 75 Jets beträgt. Eine zusätzliche B-52H wird nun als neues Radartestbed abgestellt und erhält in San Antonio die neue Avionik.

Die AGM-181A soll in Zukunft bei den Stealth-Bombern B-2 Spirit und B-21 Raider zum Einsatz kommen. Der Sprengkopf W80-4 ist in Bereich von 150 Kilotonnen angesiedelt.