Kurz nach dem Start auf dem Flugerprobungszentrum der US Air Force auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien ist eine Boeing B-52H Stratofortress abgestürzt. Das Unglück ereignete sich gegen 11.20 Uhr Ortszeit. Wie die USAF inzwischen mitgeteilt hat, sind die acht Personen an Bord bei dem Unfall ums Leben gekommen. Der Absturz sei nicht überlebbar gewesen.
Angeblich handelt es sich bei der Maschine um das erste Exemplar, das mit dem neuen Radar AN/APQ-188 ausgestattet ist. Das B-52 Radar Modernization Program (RMP) ist neben der Ausstattung des Bomber-Urgesteins mit neuen Triebwerken ein wesentlicher Teil der kommenden B-52J-Version. Die 65 Jahre alte Stratofortress erhält statt des veralteten Systems ein modernes Radar mit elektronischer Strahlschwenkung (AESA, Active Electronically Scanned Array). Damit steigt die Leistungsfähigkeit bei der All-Wetter-Navigation und der Zielerfassung deutlich. Die Maschine mit der Kennung 60-0061 hat nun als erstes Exemplar das AN/APQ-188 von Raytheon im Bug erhalten. Die Umrüstung erfolgte im Boeing-Werk in San Antonio, Texas.
Neues Radar im Test
Eine gemischte Besatzung aus der 49th Test Evaluation Squadron in Barksdale, Louisiana, und der 419th Flight Test Squadron aus Edwards, Kalifornien, überführten das Flugzeug am 8. Dezember 2025 zum Flugversuchszentrum der US Air Force in Edwards. Die Erprobung am Boden und in der Luft hat in diesem Jahr begonnen. Anschließend steht die Entscheidung über die Serienfertigung für die ersten 28 Exemplare an.
Das AESA-System ersetzt das alte AN/APQ-166. Der Nachfolger baut auf den aktuell in der F/A-18 Super Hornet verwendeten AN/APG-79 auf. Insgesamt 76 Stratofortress-Bomber sollen auf den neuen Stand gebracht werden. Das Upgrade schließt auch zwei 20x50 cm große Bildschirme im Cockpit ein.
Herber Rückschlag
Der Absturz ist ein herber Rückschlag für das B-52J-Programm, das schon unter Verspätungen und Kostensteigerungen leidet. So überschritt das Radar-Upgrade bereits zweimal die vertraglich fixierte Kostengrenze um mehr als 15 Prozent. Laut dem im Juni 2025 veröffentlichten, jährlichen Bericht des US-Bundesrechnungshofs zu den einzelnen Waffensystemen ist der Beginn der Einsatzerprobung des Radarsystems für 2026 vorgesehen, zwei Jahre später als ursprünglich geplant.





