Deutschland ist nur in der Reserve
ESA stellt 17 neue Raumfahrer vor

Die ESA hat die nächste Astronautengeneration ausgewählt. Fast die Hälfte davon sind Frauen, darunter auch zwei deutsche. Sie werden allerdings nicht so schnell ins All fliegen.

ESA stellt 17 neue Raumfahrer vor
Foto: ESA/Sebirot

Die europäische Weltraumorganisation ESA hat am Mittwoch ihre neuen Astronauten vorgestellt. Es handelt sich um ingesamt 17 Männer und Frauen. Erstmals unterteilt die ESA dabei in Karriere- und Reserveastronauten, zudem ist auch ein Mann mit einer körperlichen Beeinträchtigung dabei.

Erstmals befinden sich auch zwei deutsche Frauen unter den Auserwählten: Nicola Winter und Amelie Schoenenwald. Allerdings sind beide im Reserve-Korps, das heißt, dass sie nicht bei der ESA angestellt werden und auch vorerst nicht für eine Mission ins All in Frage kommen.

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Zwei Deutsche in der Reserve

Nicola Winter (geb. Baumann, Jahrgang 1985) hat bereits im Rahmen der privaten Initiative "Die Astronautin" erste Schritte in Richtung Raumfahrt gemacht, bevor die ehemalige Eurofighter-Pilotin 2017 überraschend ihre Teilnahme abbrach. Die Luft- und Raumfahrtingenieurin ist seit 2021 beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Raumfahrtforschung aktiv.

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Amelie Schoenenwald (Jahrgang 1989) hat Biotechnologie an der TU München studiert und annschließend an der Medizinischen Universität Wien im Bereich integrativer Strukturbiologie promoviert. 2021 hat sie zusätzlich einen Master in Business Administration am Collège des Ingénieurs in Frankreich, Deutschland und Italien abgeschlossen. Sie hat Berufserfahrungen bei verschiedenen Biotech-Start-ups und einem großen Pharmakonzern, unter anderem im Bereich Immunologie.

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Fünf neue Astronauten fürs aktive Korps

Ein Flug ins All ist zunächst den Karriere-Astronauten vorbehalten. "Mit ihnen werden wir sofort, Anfang nächstes Jahr, anfangen zu arbeiten", sagte ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher am Mittwoch bei der Vorstellung der Astronautenklasse in Paris.

Als Karriere-Astronauten verstärken künftig die Französin Sophie Adenot, der Spanier Pablo Álvarez Fernández, die Britin Rosemary Coogan, der Belgier Raphaël Liégeois und der Schweizer Marco Sieber das aktive Korps der ESA.

Neben den beiden Deutschen haben es Meganne Christian (UK), Anthea Comellini (Italien), Sara García Alonso (Spanien), Andrea Patassa (Italien), Carmen Possnig (Österreich), Arnaud Prost (Frankreich), Aleš Svoboda (Tschechien), Sławosz Uznański (Polen) und Markus Wandt (Schweden) in die Astronauten-Reserve geschafft.

Parastronaut mit körperlicher Beeinträchtigung

Zur Reservemannschaft gehört auch der Brite John McFall, der bei einem Motorrad-Unfall mit 19 Jahren ein Bein verlor. Er ist der erste ESA-Astronaut mit Körperbehinderung. Die ESA will nach eigenen Angaben mit den internationalen und kommerziellen Raumfahrtpartnern auswerten, unter welchen Umständen ein Mensch mit Behinderung zur Internationalen Raumstation ISS fliegen kann.

Der Astronautenvorstellung ging ein eineinhalbjähriger, mehrstufiger Auswahlprozess voraus. Rund 22.500 Menschen haben sich bei der ESA beworben. Es war die erste Rekrutierungskampagne seit 2008.

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