Spanien will anscheinend Tarnkappenjäger kaufen - in der Türkei

Interesse am türkischen Kaan?
Spanien will anscheinend Tarnkappenjäger kaufen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.05.2026
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Zwischen Spanien und der Türkei laufen diskrete diplomatische Sondierungen über eine mögliche Zusammenarbeit im Bereich der nächsten Kampfflugzeuggeneration. Im Mittelpunkt steht der türkische Stealth-Jäger Kaan, der von Turkish Aerospace Industries (TAI) entwickelt wird. Dies berichtete die spanische Zeitung "El Español" unter Berufung auf Unternehmenskreise bei TAI.

Die Gespräche befinden sich offenbar noch in einem sehr frühen Stadium. Substantielle Verhandlungen auf Regierungsebene sollen erst aufgenommen werden, sobald das Kaan-Programm weiter fortgeschritten ist, heißt es in dem Bericht.

Programm nimmt Gestalt an

Rund um den türkischen Fighter tut sich derzeit einiges. Auf der Rüstungsmesse SAHA in Istanbul unterzeichneten das staatliche Beschaffungsamt SSB und TAI einen offiziellen Vertrag über die Beschaffung des Kaan für die türkische Luftwaffe selbst. Die genaue Stückzahl wurde nicht genannt, aber immerhin haben die heimischen Streitkräfte ihr Vertrauen in den ersten türkischen Kampfjet nun auch formell manifestiert.

Der Kaan kommt mit internen Waffenschächten, einem AESA-Radar türkischer Herstellung sowie elektrooptischen und infrarotbasierten Zielsystemen des heimischen Rüstungskonzerns Aselsan.

Die Dienstgipfelhöhe wird mit rund 13.700 Metern angegeben. Noch fliegt das Flugzeug mit US-amerikanischen Triebwerken von GE Aerospace. Langfristig soll ein eigenentwickelter türkischer Antrieb eingebaut werden, um das Programm noch unabhängiger zu machen.

Das könnte für Spanien ein entscheidender Faktor für die Beschaffung sein.

Geplant ist die Indienststellung in den 2030er-Jahren, wo der Kaan schrittweise die derzeit noch im Einsatz befindlichen Lockheed Martin F-16 ergänzen
Turkish Aerospace Industries

Spanien kauft schon Hürjets

Anders als viele europäische NATO-Partner wird Spanien aus politischen Gründen wohl keine US-amerikanischen F-35 kaufen, wie es beispielsweise Deutschland getan hat. Optionen für eigene Software auf der US-Plattform gibt es nicht. Lediglich Israel darf die F-35 nennenswert personalisieren.

Ganz klar eine Rolle spielen auch strategische Gründe: Madrid will mehr Unabhängigkeit für Europa. Spanien hat sich zuletzt auch im Iran-Krieg geweigert, den USA den spanischen Luftraum für Angriffe zur Verfügung zu stellen. Die politischen Spannungen sind hoch.

Außerdem hat Spanien bereits als erster internationaler Kunde das Trainingsflugzeug Hürjet aus der Türkei bestellt. Dabei ist eine enge industrielle Einbindung spanischer Unternehmen sowie ein substantieller Wissenstransfer vorgesehen.

Dieselbe Struktur könnte künftig auf den Kaan übertragen werden, sodass spanische Firmen eigene Systeme in die Plattform integrieren könnten. Jedenfalls könnte die Option bei den späteren Verhandlungen eine Rolle spielen.