"Verschwundene" KC-135 wieder aufgetaucht: US-Tanker fliegt nach Israel

US-Tanker steht jetzt in Israel
Die „verschwundene“ KC-135 ist wieder aufgetaucht

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.05.2026
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KC-135 US Air Force am Boden bei Nacht
Foto: US Air Force

Mit Transpondercode 7700 meldete die Boeing KC-135 mit der Hecknummer 62-3578 am 5. Mai über dem Persischen Golf einen Notfall in der Luft. Nach einer mehrstündigen Betankungsmission nahe der Straße von Hormus nahm sie Kurs auf Katar. Die Flugroute des 62 Jahre alten Tankers der US Air Force ließ sich auf Tracking-Apps wie Flightradar24 nachverfolgen – bis auf halber Strecke Richtung katarischer Küste das Transpondersignal erlosch.

In Kombination mit der erklärten Luftnotlage bot dieses scheinbare "Verschwinden" der Maschine im Konfliktgebiet unweit des Iran Raum für wildeste Spekulationen. Einzelne Beobachter schwadronierten in den sozialen Medien bereits einen Absturz herbei – für den es bei genauerem Hinsehen allerdings keine wirklichen Indizien gab.

Wahrscheinlicher war von Beginn an, dass der Stratotanker in Katar, vermutlich auf dem US-Stützpunkt Al Udeid nahe Doha, gelandet war und die Crew auf dem Weg dorthin entweder absichtlich das Transpondersignal unterdrückt hatte oder selbiges aufgrund von GPS-Störmaßnahmen verloren ging, die über dem Persischen Golf derzeit an der Tagesordnung sind.

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Überführung nach Israel

Ein kleines Fünkchen Restzweifel an dieser These blieb dennoch bestehen – bis sich die 62-3578 am frühen Morgen des 7. Mai auch für die breite Öffentlichkeit wieder bemerkbar machte. Tatsächlich war sie am 5. Mai in Al Udeid gelandet, dort seither am Boden gestanden – und brach von dort um 4:16 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) zu einem Überführungsflug nach Tel Aviv auf.

Die israelische Hauptstadt erreichte die KC-135 nach einer Flugzeit von drei Stunden und zwölf Minuten – dieses Mal blieb das Transpondersignal des Tankers den gesamten Flug hindurch nachverfolgbar. Die Route führte demnach komplett über Land, von Katar aus durch die Lufträume von Saudi-Arabien und Jordanien, südlich an Amman vorbei und mit einem kurzen Schlenker vor die israelische Mittelmeerküste zum Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv.

Boeing KC-135-Tanker der USAF auf der McConnell AFB.
USAF

Inspektion in Al Udeid?

Bereits zuvor hatte das Magazin Newsweek unter Berufung auf einen anonymen US-Militär gemeldet, die KC-135 62-3578 parke nach ihrem Flug am 5. Mai in Al Udeid. Den Tag zwischen der Landung dort und der Überführung nach Israel nutzte die US Air Force womöglich zur Inspektion des Flugzeugs. Die USA betreiben in Al Udeid ihren größten Militärstützpunkt im Nahen Osten.

Einen wirklich relevanten Schaden als Grund für die erklärte Luftnotlage kann es allerdings kaum gegeben haben, wenn der Stratotanker weniger als 48 Stunden nach der Landung bereits wieder fliegen durfte.