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Europäisches Flüssigsauerstoff-Methan-Raketentriebwerk

Erprobung des Prometheus Triebwerks-Demonstrators hat begonnen

Am Standort Lampoldshausen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Erprobung des im 3-D-Druckverfahren hergestellten Gasdemonstrators für Raketen begonnen.

Wie die ArianeGroup, Hauptauftragnehmer der europäischen Ariane-Trägerraketenfamilie, bekanntgegeben hat, ist seit dem 30. November die Entwurfsprüfung für das Triebwerk angelaufen. Sie soll voraussichtlich im Januar 2019 abgeschlossen sein. 

Prometheus ist ein europäischer Technologie-Demonstrator für ein kostengünstiges und potentiell wiederverwendbares Triebwerk. Es verbrennt Flüssigsauerstoff und Methan. Der Demonstrator wird als Wegbereiter für zukünftige Triebwerke angesehen. Darauf basierende Technologien sollen laut ArianeGroup ab 2030 zum Einsatz kommen. Als Ziel wird die Entwicklung zukünftiger Flüssigstofftriebwerke gesehen, welche um 90 Prozent kostengünstiger herzustellen sein sollen als das aktuell verwendete Vulcain 2-Triebwerk. Dies bedeutet einen Stückpreis von rund etwa einer Million Euro anstatt den Stückkosten von circa 10 Millionen Euro für das Vulcain-Triebwerk. Neben den Herausforderungen des neuen Entwurfs eines Raketentriebwerks und neuer Methoden in der Entwicklung und der Fertigung verändert sich auch die herkömmliche Treibstoffkette für die Triebwerke der Rakete. Bislang kommen als Antriebsstoffe Flüssigsauerstoff und Flüssigwasserstoff zum Einsatz. Auch an der Digitalisierung der Triebwerkssteuerung und -diagnose wird geforscht, ebenso an der Fertigung mittels 3-D-Druck.

So soll der Demonstrator des Triebwerks aussehen. Foto und Copyright: Ariane Group Holding

Als nächste Schritte sind die Erprobung der Subsysteme und die Produktionsfreigabe für die ersten beiden Demonstratoren im ersten Halbjahr 2019 geplant. Ab 2020 sollen diese beiden Demonstratoren auf dem Prüfstand P5 des DLR in Lampoldshausen getestet werden.

Der Entwicklungsauftrag für den Demonstrator wurde im Dezember 2017 von der Europäischen Weltraumorganisation ESA  erteilt. Im November 2015 wurde das Programm gemeinsam mit der französischen Raumfahrtbehörde CNES initiiert. Die ESA-Ministerratskonferenz gab im Dezember 2016 über 80 Millionen Euro frei, der 2017 geschlossene Vertrag hat ein Volumen von 75 Millionen Euro. Firmen aus ganz Europa sind an dem Demonstrator-Projekt beteiligt: Avio aus Italien, GKN aus Schweden, Safran Aero Boosters aus Belgien und ArianeGroup für Deutschland und Frankreich.

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