„Long March 12B“: China startet neue Trägerrakete ohne Vorwarnung

 „Long March 12B“
China startet neue Trägerrakete ohne Vorwarnung

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.06.2026
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China hat am Montag eine neue Generation seiner Trägerraketen aus der "Langer-Marsch"-Familie ins All gebracht und das völlig ohne jede offizielle Ankündigung im Voraus. Die Langer Marsch 12B hob kurz vor dem Morgengrauen vom Raumfahrtzentrum Jiuquan in der Wüste Gobi ab und erreichte erfolgreich die Erdumlaufbahn.

Hinter dem Erstflug steckt das staatliche Raumfahrtunternehmen CASC, das den Erfolg innerhalb einer Stunde nach dem Start öffentlich bestätigte. An Bord befanden sich Satelliten für das sogenannte Qianfan-Netzwerk oder Spacesail, ein Breitband-Megakonstellation-Projekt.

Das Projekt gilt als chinesische Alternative zu Starlink. Die Gesamtzahl der bislang in dieser Konstellation aktiven Satelliten dürfte damit auf rund 180 gestiegen sein.

Neben China wollen Kasachstan, Malaysia und Brasilien den Dienst nutzen. Auch einige Fluggesellschaften interessieren sich bereits für Spacesail.

Start ohne Luftraumwarnung

Laut chinesischen Beobachtern soll es vor dem Liftoff keine Luft- oder Seefahrtwarnung gegeben haben. Üblicherweise ist das Pflicht vor Raketenstarts. Erste Hinweise auf den Flug verbreiteten sich stattdessen über chinesische soziale Netzwerke.

Wieso der Start im Voraus nicht kommuniziert wurde, ist unklar. Geheime oder militärische Nutzlast hatte die Rakete jedenfalls nicht an Bord, denn der Ausbau von Spacesail wird von China auch zur Vermarktung offen kommuniziert.

Die Langer Marsch 12B ist als wiederverwendbare Rakete konzipiert und mit neun Triebwerken des Typs YF-102R bestückt. Mit einer Nutzlastkapazität von rund 20 Tonnen in den niedrigen Erdorbit bewegt sie sich in einer ähnlichen Leistungsklasse wie SpaceX Falcon 9.

Beim Erstflug verzichtete CASC jedoch noch auf eine Bergung der ersten Stufe. Entsprechende Tests seien für spätere Missionen geplant.

Peking treibt die Entwicklung leistungsstarker, wirtschaftlich betreibbarer Raketen voran, um nicht nur kommerzielle Satellitenprojekte zu finanzieren, sondern langfristig auch bemannte Mondmissionen und den Aufbau einer Mondinfrastruktur zu ermöglichen. Allein in diesem Jahr hat China damit bereits 35 Raketen in die Erdumlaufbahn gebracht.