Am Sonntagabend hob vom Raumfahrtzentrum Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan eine Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 8 (CZ-8) ab und brachte die neunte Charge der Kommunikationssatelliten des Projekts Spacesail in die Erdumlaufbahn. Der Start verlief nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua reibungslos.
Hinter Spacesail, auf Mandarin als Qianfan bekannt, verbirgt sich das chinesische Pendant zu Starlink. Die Satelliten nutzen mehrere Frequenzbänder für die Breitbandkommunikation. 15.000 einzelne Satelliten sollen 2030 Teil der Megakonstellation sein.
Starlink besteht derzeit aus rund 11.000 Satelliten. Theoretisch gibt es aber die Möglichkeit die Konstellation auf bis zu 42.000 Satelliten zu erweitern.
Internet noch dieses Jahr verfügbar
Ab Ende dieses Jahres sollen via Spacesail satellitengestützte Internetverbindungen verfügbar sein. China selbst, aber auch Kasachstan, Malaysia und Brasilien sowie einige Fluggesellschaften wollen den Dienst nutzen.
Sechster Start von CZ-8
Die CZ-8 kann bis zu acht Tonnen in den niedrigen Erdorbit transportieren oder zwischen 2,5 und 5 Tonnen auf eine geostationäre Umlaufbahn. Es war der sechste Einsatz dieser Rakete insgesamt und bereits der zweite im laufenden Jahr. Bereits im April beförderte die Rakete 18 Satelliten für Spacesail ins All.
Die Trägerrakete wurde von der Ersten Akademie der Chinesischen Akademie für Luft- und Raumfahrtwissenschaft und -technologie entwickelt. Ihr Erstflug fand im Dezember 2020 ebenfalls vom Kosmodrom Wenchang statt.
Wie auch die Langer Marsch 10, die China für Mondmissionen einsetzen will, soll die CZ-8 zukünftig wiederverwendbar sein – zumindest in Teilen. Tests zur Wiederverwendbarkeit der ersten Raketenstufe sind aber noch nicht abgeschlossen.
So viele Starts wie noch nie
In diesem Jahr will China so viele Raketenstarts wie noch nie vollführen, die meisten davon für Satellitenprojekte. Unter anderem plant China jedoch auch den baldigen Beginn der Monderkundungsmission Chang’e 7, die Flüge zum Südpol des Mondes vorsieht.
Insgesamt sollen 140 Starts stattfinden, im vergangenen Jahr waren es 92. Mehr Flüge gab es 2025 nur von SpaceX. Britische Forscher des University College London gehen davon aus, dass bis 2030 über 40 Prozent aller Auswirkungen auf das Klima, die durch die Raumfahrt verursacht werden, mit Megakonstellationen wie Starlink und Spacesail zusammenhängen werden.
Die Vielzahl von Satelliten bringt außerdem neue Schwierigkeiten für die bemannte Raumfahrt mit sich, da sich immer mehr Trümmerteile im All befinden und für die Missionen gefährlich werden können.





