Rocket Lab gründet deutsche Tochterfirma

Nach Übernahme von Mynaric
Rocket Lab gründet deutsche Tochterfirma

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.08.2026
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Rocket Lab gründet deutsche Tochterfirma
Foto: Rocket Lab

Rocket Lab hat die Rocket Lab Germany GmbH in München gegründet. Das gab das US-amerikanisch-neuseeländische Raumfahrtunternehmen am 10. August bekannt.

"Diese strategische Expansion markiert einen Meilenstein im internationalen Wachstum des Unternehmens und schafft die Voraussetzungen für einen möglichen weiteren Ausbau der Satelliten- und Komponentenfertigung von Rocket Lab in Deutschland", heißt es in einer Pressemitteilung. Ziel sei es, Europa Zugang zu souveränen Weltraumfähigkeiten zu ermöglichen.

"Rocket Lab Germany soll nicht nur den Ausbau der Satellitenproduktion und deren zentraler Komponenten ermöglichen, sondern kann mit Electron und Neutron auch Startdienstleistungen bereitstellen", so Rocket Lab weiter.

Produktionserweiterung in Deutschland

Rocket Lab hat im April die Übernahme des deutschen Raumfahrtunternehmens Mynaric mit Sitz in München abgeschlossen. Der Spezialist für Laserkommunikation im All produziert als Teil von Rocket Lab weiterhin optische Terminals und soll Zukunftstechnologien für die optische Kommunikation entwickeln. Rocket Lab will seine Fertigungs- und Lieferkettenexpertise anwenden, um die Kapazitäten und Effizienz von Mynaric zu steigern und die wachsende Nachfrage in Europa zu bedienen.

Mit der Gründung von Rocket Lab Germany sieht das Unternehmen zudem die Möglichkeit, die Produktion in Deutschland um Satelliten, Nutzlasten und weitere Komponenten zu erweitern und einen regionalen Hub für Satellitenkonstellationen zu schaffen, um die wachsenden Anforderungen europäischer Kunden zu erfüllen.

"Europas Raumfahrtindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel hin zu mehr Geschwindigkeit, kommerzieller Agilität und technologischer Souveränität," sagte der Gründer und CEO von Rocket Lab, Sir Peter Beck. "Der Bedarf an souveränen Weltraumfähigkeiten war nie dringlicher als heute. Europa steht bei Startkapazitäten sowie in der Satelliten- und Raumfahrzeugfertigung vor erheblichen Herausforderungen." Rocket Lab Germany verbinde zuverlässige Startkapazitäten mit der Satellitenproduktion im großen Maßstab und ermögliche so den schnellen Aufbau resilienter Satellitenkonstellationen. "Mit dieser strategischen Expansion bekräftigt Rocket Lab sein klares Bekenntnis zu Europa und stärkt die eigenständigen Fähigkeiten der Region", so Beck.

Container-Start-System für Electron

Rocket Lab stellt Bauteile für Satelliten her und verfügt mit der Electron über eine leichte, zweistufige Trägerrakete mit Kickstufe, die bis zu 300 kg Nutzlasten in einen Erdorbit bringen kann. Sie startet von Neuseeland und der Wallops Flight Facility in Virginia, USA. Seit ihrem Erstflug 2017 sind 92 Electron gestartet, davon 87 erfolgreich.

Bei der Vorstellung der Finanzergebnisse für das zweite Quartal am 10. August teilte Rocket Lab mit, dass man das Container-Start-System GHOST (Global Hypersonic & Orbital Spaceport Technology) für die Electron und die suborbitale Version HASTE entwickelt habe, um Starts abseits der beiden vorhandenen Rampen zu ermöglichen und militärischen Kunden mehr Optionen zu bieten. Die erste Installation von GHOST ist am Pacific Spaceport Complex – Alaska auf Kodiak Island geplant.

Zudem entwickelt Rocket Lab seit mehreren Jahren die wiederverwendbare mittelschwere Trägerrakete Neutron. Der Erststart war ursprünglich für das vierte Quartal 2026 geplant, verschiebt sich aber wohl. Bei der Vorstellung der Geschäftszahlen sprach Rocket Lab davon, die erste Neutron im vierten Quartal auf die Startrampe bringen zu wollen. Ein neues Startdatum nannte das Unternehmen nicht.