Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk plant eine milliardenschwere Erweiterung seiner Infrastruktur. In Louisiana soll die bislang größte Startanlage von SpaceX entstehen. Die Investitionssumme wird auf rund 100 Milliarden Dollar beziffert.
Der Baubeginn für die "Starbase, Louisiana" ist für kommendes Jahr vorgesehen. Auf einer Fläche von rund 50.600 Hektar soll ein Standort entstehen, der die bisherigen Aktivitäten des Unternehmens in Texas und Florida deutlich übertrifft. Schon jetzt ist SpaceX für den Großteil der Raketenstarts weltweit verantwortlich – mit der Anlage in Louisiana sollen Tausende Launches pro Jahr möglich sein.
Wie SpaceX am Dienstag mitteilte, soll die Anlage künftig jährlich tausende Starship-Flüge ermöglichen. Die Flüge sollen natürlich auch Mond und Mars anvisieren. Der erste Start vom neuen Standort ist auch gleich für 2029 geplant. Viel Zeit zum Bau bleibt da nicht.
Mehr als 3.000 Arbeitsplätze direkt vor Ort
Nach Angaben des Unternehmens werden durch das Projekt über 3.000 neue Stellen in der Region entstehen. Die Wirtschaftsförderungsbehörde des Bundesstaats, Louisiana Economic Development, geht davon aus, dass die Beschäftigten an der Anlage im Schnitt 192 Prozent mehr verdienen werden als der derzeitige regionale Durchschnittslohn. Louisiana gilt als einer der ärmsten US-Bundesstaaten.
In einer Stellungnahme bezeichnete die Behörde das Vorhaben als historisches Projekt, das Louisiana zu einem globalen Zentrum für die Raumfahrt der nächsten Generation machen werde.

Von Starbase in Texas starteten in diesem Jahr bisher 13 Flüge.
Ärger um Naturschutz
SpaceX will nach eigener Aussage große Teile der Wetlands erhalten, in denen sich die neue "Starbase" befinden soll. Die US-Luftfahrtbehörde FAA will ihre Lizenzierungsverfahren für kommerzielle Raumfahrtprojekte vereinfachen und bürokratische Hürden abbauen. Genau darin sehen die drei Verbände jedoch ein Problem.
Drei Umweltschutzorganisationen, die Louisiana Wildlife Federation, die National Wildlife Federation und die Pontchartrain Conservancy, haben bei der FAA eine Stellungnahme zu geplanten Regeländerungen eingereicht, und zwar kurz bevor Gouverneur Jeff Landry am Dienstag das 100-Milliarden-Dollar-Projekt einer SpaceX-Anlage in Vermilion Parish nahe dem Freshwater Bayou Canal öffentlich vorstellte.
Nach ihrer Einschätzung würden durch die Reform Gesetze zum Schutz von Tierwelt, Gewässern und öffentlicher Gesundheit ausgehebelt. Die Konsequenzen würden nicht nur das Baugebiet selbst betreffen, heißt es. Die vorgeschlagene Regel würde ausgerechnet in der Lizenzierungsphase Umweltprüfungen streichen, die sicherstellen, dass Start- und Weltraumbahnhof-Projekte Rücksicht auf Wildtiere, Lebensräume, Gewässer und Küstenressourcen nehmen.
Die drei Verbände fordern die FAA nun auf, die geplanten Ausnahmeregelungen entweder ganz zurückzuziehen oder grundlegend zu überarbeiten, damit die bundesgesetzlich vorgeschriebenen Umweltprüfungen für das Projekt erhalten bleiben.
Auch in Texas gibt es Umweltbedenken
Unterdessen sorgt SpaceX auch in Texas für Ärger bei Umweltverbänden. Mehrere Naturschutzorganisationen sowie eine indigene Gemeinschaft sind vor Gericht gegen einen Flächentausch zwischen dem Unternehmen und der US-Bundesbehörde für Wild- und Naturschutz vorgegangen.
Im Zuge der Vereinbarung soll SpaceX rund 290 Hektar aus einem Schutzgebiet im Rio Grande Valley erhalten und der Behörde im Gegenzug eine ähnlich große Fläche privaten Landes überlassen, die an ein Naturschutzgebiet grenzt.
Die Kläger befürchten Schäden für gefährdete Tierarten und werfen den Behörden vor, das Genehmigungsverfahren zugunsten des Konzerns beeinflusst zu haben – zumal Testflüge der Raketen bereits wiederholt Trümmerteile auf geschützten Flächen hinterlassen hätten.





